Unser Kantor Georg Popp reist heute nach Nepal

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Heute ist es soweit: unser Chorleiter und Kantor KMD Georg Popp „taucht“, wie er selbst vor einiger Zeit schrieb, „für sechs Wochen unter“. Er reist in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu und wird erst am 11. Oktober wieder hierher nach Fürstenwalde zurückkehren.

Durch einen guten Kontakt zum Landesposaunenpfarrer Dr. Ulrich Schöntube, der hauptamtlich Direktor der Gossner Mission ist und zu dessen Aufgabengebiet auch Nepal und Indien gehören, erfuhr unser Kantor Popp, dass die Herrnhuter Brüdergemeinde (Sektion Indien) den Nepalis einige Trompeten geschenkt hat. Seit einiger Zeit liegen die Instrumente bei einem Pfarrer in Kathmandu und warten darauf, gespielt zu werden. Und möglicherweise würden sie noch eine Weile unbenutzt dort liegen bleiben, wäre nicht unser Kantor auf die Idee gekommen, den Aufbau einer Bläserarbeit vor Ort zu starten. Von der ersten Idee dazu bis zum heutigen Tag der Abreise waren ganz sicher einige organisatorische Hürden bei der Realisation zu überwinden, doch davon soll jetzt nicht die Rede sein.

Zusammen mit Frau Dorothea Friederici, die früher beinahe dreißig Jahre in Nepal als Krankenschwester und Sozialhelferin tätig war und daher nicht nur Land und Leute sehr gut kennt, sondern auch die Sprache beherrscht, macht sich unser Chorleiter nun heute über Düsseldorf und Dubai auf die weite Reise nach Kathmandu. Für morgen Nachmittag ist die Ankunft in der größten Stadt Nepals geplant, deren offizieller Verwaltungsname Kathmandu Maha-Nagarpalika lautet und die in einem Talkessel von ca. 30 km Durchmesser auf etwa 1300 m Höhe liegt.

Georg Popp wird während seines Aufenthaltes in einem bescheidenen Gästehaus in der Stadt untergebracht sein.

Ende September machen sich der Landesposaunenpfarrer Dr. Schöntube sowie drei weitere Bläser auf den Weg nach Kathmandu, um einerseits bei einem weiter unten beschriebenen „Wettbewerb“ mitzublasen als auch unseren Kantor zu unterstützen, wenn im kleinen Bläserensemble in verschiedenen christlichen Gemeinden an anderen Orten mit Musiken sowie diakonischem Blasen für diese besonders schöne Art der Verkündigung, Verständigung und Kultur geworben wird. Im Rahmen kleiner Aufführungen/ Konzerte sollen, so der Plan, einige nepalische Lieder (Bajahns) geblasen werden, zu denen Hartmut Grosch und Georg Popp eigens Sätze geschrieben haben. Zudem sollen einige deutsche Gesangbuch- und Volkslieder sowie Bläsermusik verschiedenster Stilrichtung vorgetragen werden, dazwischen wird es Texte und Moderation geben. Wahrscheinlich wird jedes dieser Konzerte etwas anders gestaltet und auf die jeweilige Hörer-Gemeinde zugeschnitten sein. Nicht nur hierbei sind Improvisationstalent und Flexibilität des Bläserensembles gefragt.

Hier ein aktuelles Foto der Gruppe, die ab Ende September in Nepal mit unserem Kantor zusammentreffen wird.

Von links nach rechts zu sehen sind: Anke Schutzeichel, Olaf Gäbel, Georg Popp, Dorothea Friederici, Dr. Ulrich Schöntube, Gretel Unger

Von links nach rechts zu sehen sind: Anke Schutzeichel, Olaf Gäbel, Georg Popp, Dorothea Friederici, Dr. Ulrich Schöntube, Gretel Unger

Damit sind eigentlich schon alle sicheren Fakten aufgezählt, denn alles Weitere ist momentan nicht mehr als ein Plan. Es gibt noch viele Fragezeichen und ganz sicher werden eine ganze Reihe von Problemen und Schwierigkeiten zu lösen sein, die bei Weitem in mehr als nur in der sprachlichen Verständigung und dem Gebrauch musikalischer Fachtermini in englischer Sprache bestehen werden. Im Vorfeld gibt es jede Menge Fragen, die dann vor Ort auf eine fröhliche Weise und als möglichst sinnvolle ad-hoc-Entscheidung Beantwortung finden müssen und ganz sicher auch werden.

Das Ziel dieser abenteuerlichen Reise ist hingegen recht klar:

In Kathmandu wurden Menschen aus verschiedenen Gemeinden gefragt, ob sie das Blasen auf einer Trompete oder anderem Blechblasinstrument lernen möchten. Bis etwa Anfang Oktober sollen dreißig oder vielleicht noch mehr von ihnen in kleineren Gruppen von vielleicht vier bis fünf Personen täglich vormittags, nachmittags und abends in einer Art „Crash-Kurs“ unterrichtet werden. Niemand kennt die Vorkenntnisse der teilnehmenden Nepalis und daher muss in Sachen Blastechnik und musiktheoretischem Wissen wahrscheinlich bei „Null“ angefangen werden. Aus diesem Grunde hat unser Kantor einfachste „Instrumente“, bestehend aus Plastik-Mundstück (Trompete und Posaune), Trichter aus der Haushaltswarenabteilung und 1,20 m bzw. 2,40 m langen Gartenschlauch von Gardena (1/2 Zoll) für etwa 35 Personen im Gepäck. Man kann nur hoffen – auch eine der zahlreichen Unwägbarkeiten – dass diese „Intrumenten-Teile“ unbeanstandet vom Zoll die Grenze passieren dürfen. Eine Kostprobe, wie auf diesen einfachen Blasinstrumenten gespielt werden kann, gab Georg Popp auf einer Geburtstagsnachfeier/ Verabschiedungsparty am vergangenen Freitag, wie auf diesen Fotos zu sehen ist:

Georg Popp mit einem der Plastik-Instrumente

Georg Popp mit einem der Plastik-Instrumente

Ganz erstaunlich, was für Töne man diesen selbstgebauten Instrumenten entlocken kann

Ganz erstaunlich, was für Töne man diesen selbstgebauten Instrumenten entlocken kann

Diejenigen, die mit diesen Plastik-Instrumenten gut zurechtkommen, können auf den vor Ort vorhandenen Trompeten und zwei Tenorhörnern (für die Tenor- und Bass-Stimme der vierstimmigen Sätze) blasen und abwechselnd darauf üben. Neben den aus Indien gespendeten Trompeten – in welchem Zustand diese sind und ob sie vielleicht sogar noch repariert werden müssen, weiß bisher niemand – hat der Onkel unseres Kantors eines der Tenor-Hörner (vierventilig) zur Verfügung gestellt, das bereits im März dieses Jahres auf eigentümlichen Pfaden seinen Weg nach Nepal gefunden hat und dort seither über die anderen „Schlummer-Trompeten“ wacht. Auch Georg Popp sowie Frau Friederici werden je eine Trompete mitnehmen und dann dort lassen.

Ich denke, ich spreche nicht nur im Namen der St. Marien-Domkantorei, wenn ich für unseren Kantor Georg Popp und alle anderen Bläsern, die ihn begleiten, Gottes Segen für ihren Aufenthalt und ihre Arbeit in Nepal erbitte und ihnen allen eine glückliche und gesunde Rückkehr nach Hause wünsche.

Sollten uns Nachrichten unseres Chorleiters aus Nepal erreichen, so werden diese in den nächsten Wochen sicherlich auf unserer Internetseite zu lesen sein.