Konzertankündigung: Johann Sebastian Bachs "Johannes-Passion" am 8. April 2017

Autograph der ersten Seite der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. Photo/Scan: Furfur - Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, © gemeinfrei

Auto­graph der ers­ten Sei­te der Johan­nes-Pas­si­on von Johann Sebas­ti­an Bach. Photo/Scan: Fur­fur — Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz, © gemein­frei

In dem Buch “Das Neue Tes­ta­ment mit Erklä­run­gen” (hrsg. von Gün­ther Baum­bach und Karl Mar­tin Fischer, Evan­ge­li­sche Haupt-Bibel­ge­sell­schaft zu Ber­lin und Alten­burg, 1. Aufl. 1986) wird auf Sei­te 222 zu Beginn des 18. Kapi­tels unter ande­rem erläu­tert: „…Beson­ders bemer­kens­wert ist die Akzent­ver­la­ge­rung vom Kreuz als dem tiefs­ten Punkt der Ernied­ri­gung bei den Syn­op­ti­kern  [damit sind die ande­ren drei Evan­ge­li­um­schrei­ber Mat­thä­us, Mar­kus und Lukas gemeint; Anmer­kung des Ver­fas­sers ]  zum Kreuz als der Stät­te der Ver­herr­li­chung und Erhö­hung bei Johan­nes. Statt der Schwach­heit betont Johan­nes die Hoheit des­sen, der Got­tes Wahr­heit frei­mü­tig vor der Welt­macht Rom bezeugt, der um sei­ne 'Stun­de' und sein Geschick weiß und bei­des frei­wil­lig bejaht, der selbst sein Kreuz trägt und mit dem Ruf 'Es ist voll­bracht' sein Leben beschließt. In die­sem Zusam­men­hang ist auch die Her­vor­he­bung des Königs­mo­tivs zu sehen: Durch das Kreuz wird Jesus zum König ein­ge­setzt und tritt damit die Herr­schaft über sein Reich an. Das gan­ze Johan­nes-Evan­ge­li­um ist auf die­sen Sieg Jesu über die ungläu­bi­ge Welt ange­legt. Dar­um erwähnt nur Johan­nes, daß bei Jesu Ver­haf­tung neben Juden auch römi­sche Sol­da­ten … betei­ligt waren. Sie stel­len zusam­men mit den chris­tus­feind­li­chen Juden die 'Welt' dar, mit der Jesus kon­fron­tiert wird."

Die Johan­nes-Pas­si­on ist die frü­hes­te Pas­si­ons­ver­to­nung von Bach und wur­de zuerst als Pro­be­stück für sei­ne Bewer­bung um das Tho­mas­kan­to­rat am 26.03.1723 in der Tho­mas­kir­che auf­ge­führt. Die heu­te übli­che, end­gül­ti­ge Fas­sung ent­stand 1727 und wur­de 1738 und 1742 wie­der auf­ge­nom­men. Nach Bachs Tod geriet sie in Ver­ges­sen­heit und wur­de erst von Zel­ter und der Ber­li­ner Sing­aka­de­mie wie­der­be­lebt und als Gan­zes am 21.02. 1833 wie­der­auf­ge­führt.

Den Text nach dem Evan­ge­lis­ten Johan­nes ergänz­te Bach selbst mit eini­gen frei­en Ver­sen aus der oft ver­ton­ten Pas­si­ons­dich­tung des Ham­bur­ger Rats­herrn Bar­t­hold Hein­rich Bro­ckes. Durch die vie­len „Tur­bae-Chö­re“ (Chö­re des Vol­kes, der Hohen­pries­ter, der Kriegs­knech­te) ent­steht oft eine sehr leb­haf­te, ja dra­ma­ti­sche Wir­kung. Ein Gegen­ge­wicht bil­den die Cho­rä­le, die unter ande­rem das Gesche­hen reflek­tie­ren und in gewis­sem Sinn die Ant­wort der hören­den Gemein­de zum Aus­druck brin­gen. Die Wor­te Chris­ti sind im Gegen­satz zur Mat­thä­us­pas­si­on hier nur vom Gene­ral­bass-Instru­ment Orgel und Vio­lon­cel­lo gleich denen des Evan­ge­lis­ten beglei­tet.

Johann Sebastian Bach: Johannes-PassionIm St. Mari­en-Dom Fürs­ten­wal­de erklingt die­ses Werk zum ers­ten Mal nach sei­ner Wie­der­ein­wei­hung 1995 am Sams­tag vor Palma­rum, 8. April 2017 um 15 Uhr im Fürs­ten­wal­der Dom St. Mari­en.
Als Solis­ten wir­ken mit: Ulri­ke Popp (Sopran), Maria Phil­ipps (Alt), Fer­di­nand Kel­ler (Tenor), Til­mann Kuhn (Bass, Wor­te Chris­ti) sowie Georg Witt (Bass, Ari­en und Pila­tus). Sie und die Dom­kan­to­rei wer­den von einem Kam­mer­or­ches­ter unter der Lei­tung von KMD Georg Popp beglei­tet.

Ein­tritts­kar­ten im ver­bil­lig­ten Vor­ver­kauf wer­den in der Geträn­ke­hand­lung Mord in der Müh­len­stra­ße in Fürs­ten­wal­de bis zum 07. April ver­kauft, Rest­kar­ten sind an der Abend­kas­se ab 14.00 Uhr im Nord­an­bau des Domes erhält­lich. Das Kon­zert beginnt um 15.00 Uhr und dau­ert unge­fähr 1 ½ Stun­den.

Georg Popp

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