Chronik

Chorchronik zum Hören

Hier kann eine Chor­chro­nik der St. Mari­en-Dom­kan­to­rei ange­hört wer­den, die dem lang­jäh­ri­gen Lei­ter der Kan­to­rei, Herr KMD i.R. Wolf­gang Kahl anläss­lich sei­nes Ein­tritts in den Ruhe­stand am 19.September 1993 gewid­met wur­de (die teil­wei­se beschränk­te Ton­qua­li­tät bit­ten wir zu ent­schul­di­gen — es han­delt sich teil­wei­se um sehr alte Auf­nah­men).

Chor­chro­nik zum Hören    Chor­chro­nik zum Hören, Gesamt­län­ge 2h 56 min

Chorchronik zum Lesen

(Nach einem Text von Herrn KMD i.R. Wolf­gang Kahl, mit freund­li­cher Geneh­mi­gung ent­nom­men der "Fest­schrift zur Wie­der­ein­wei­hung des St. Mari­en Domes zu Fürs­ten­wal­de", 1995)

Die Anfänge

Dom vor 1909

Dom vor 1909

Lei­der ist uns über die Chor­mu­sik der frü­hen Zeit des Fürs­ten­wal­der Domes so gut wie nichts berich­tet  bzw. an Berich­ten erhal­ten. Gege­ben hat es sie ganz gewiss. Mehr wis­sen wir aus dem 19. Jahr­hun­dert: Schul­kin­der waren für die Chor­ge­sän­ge im Got­tes­dienst zustän­dig. Um viel­fäl­ti­ge­re Mög­lich­kei­ten zu haben, wur­den Män­ner ange­wor­ben, die dane­ben auch einen selb­stän­di­gen Män­ner­chor bil­de­ten. Noch spä­ter erwei­ter­te man den Chor um Frau­en­stim­men. Man sang zusam­men, trenn­te sich wie­der, es gab Höhe­punk­te mit kir­chen­mu­si­ka­li­schen Auf­füh­run­gen grö­ße­rer Wer­ke und mit zeit­wei­lig über hun­dert Mit­glie­dern, aber es war nie von lan­ger Dau­er.

1885 grün­de­te Kan­tor Rau­ten­berg einen gemisch­ten Chor, den Dom­kir­chen­chor. Unter Rau­ten­bergs Lei­tung erreich­te der Chor einen hohen Leis­tungs­stand und gro­ße Mit­glie­der­zah­len. So bekann­te Ora­to­ri­en wie Haydns "Schöp­fung" und "Jah­res­zei­ten" oder Men­dels­sohns "Eli­as" konn­ten auf­ge­führt wer­den. Den­noch setz­te um die Jahr­hun­dert­wen­de wie­der ein Schrump­fungs­pro­zess ein. Zwei Jah­re vor sei­nem Tod über­gab Rau­ten­berg als schwer­kran­ker Mann Chor­lei­tung und Orga­nis­ten­amt 1913 an Kan­tor Fried­rich Adam.

Der Chor in der Zeit von 1913 bis 1952

Kan­tor Fried­rich Adam hat­te die schwe­re Auf­ga­be, den Chor über die Jah­re des 1. Welt­krie­ges hin­weg zu erhal­ten.  Nach 1920 führ­te er den Chor wie­der zu Höhe­punk­ten mit der Auf­füh­rung von Ora­to­ri­en. Sein Nach­fol­ger war Gus­tav Adolf Oeser, des­sen Stär­ke wohl im Orgel­spiel lag.

Christnacht 1938

Christ­nacht 1938

Er über­nahm 1933 "im Jahr des Auf­bruchs der Nati­on" (so war sei­ner­zeit in einem Zei­tungs­ar­ti­kel zu lesen) den Chor. Über­lie­fert sind aus die­ser Zeit Zei­tungs­ar­ti­kel über die Fei­ern und das Fest­kon­zert zum fünf­zig­jäh­ri­gen Bestehen des Cho­res. Gelit­ten hat er in die­sen Jah­ren jedoch ganz sicher unter der Spal­tung der Kir­che in Beken­nen­de Kir­che und Deut­sche Chris­ten und unter den Aus­wir­kun­gen des 2. Welt­krie­ges.

Programm Adventsmusik, Dezember 1951

Pro­gramm Advents­mu­sik, Dezem­ber 1951

Unter heu­te unvor­stell­ba­ren Bedin­gun­gen nahm die Arbeit des Kir­chen­cho­res nach dem Ende des 2. Welt­krie­ges unter der Lei­tung des Musik­leh­rers Edwin Hoff­mann, den man um die­sen Dienst gebe­ten hat­te, ihren Fort­gang. Der Dom, Hei­mat und Sitz des Cho­res, war zer­stört, man hat­te kei­nen Pro­ben­raum, kei­ne Noten mehr, man hun­ger­te und fror, Män­ner­stim­men waren rar. Aber man kam zusam­men (in der Pri­vat­woh­nung Hoff­manns), man schrieb Noten aus auf­ge­fun­de­nen Ein­zel­ex­em­pla­ren ab, man sang in Got­tes­diens­ten und es kam sogar zu eini­gen geson­der­ten Geist­li­chen Abend­mu­si­ken.

Die Kantorei über 40 Jahre unter der Leitung von KMD i.R. Wolfgang Kahl (1952 bis 1994)

Einführung Pfr. Bräuer im September 1948 in der Domruine

Ein­füh­rung Pfr. Bräu­er im Sep­tem­ber 1948 in der Dom­rui­ne

Ab Janu­ar 1952 über­nahm KMD i.R. Wolf­gang Kahl als ers­ter haupt­amt­li­cher Kir­chen­mu­si­ker der St. Mari­en-Dom­ge­mein­de Fürs­ten­wal­de die Lei­tung des Kir­chen­cho­res, aus dem sich dann die Kan­to­rei in heu­ti­ger Gestalt ent­wi­ckel­te,  und lenk­te sei­ne Geschi­cke mehr als vier Jahr­zehn­te lang.

Die Jah­re 1952 bis 1960 waren damit aus­ge­füllt, den Chor im lit­ur­gisch nun rei­cher gestal­te­ten Got­tes­dienst (Evan­ge­li­sches Kir­chen­ge­sang­buch und neue Agen­de wur­den ein­ge­führt) fest zu ver­an­kern, neue Mit­glie­der zu gewin­nen, das Reper­toire zu erwei­tern, Noten zu beschaf­fen (wobei noch immer sehr viel abge­schrie­ben wer­den muss­te), in Geist­li­chen Abend­mu­si­ken Kan­ta­ten und Motet­ten aller Stil­epo­chen dar­zu­bie­ten, dane­ben Musi­ka­li­sche Ves­pern, die lit­ur­gisch stren­ger geprägt und zur Aus­füh­rung nur beschei­de­ne Mit­tel erfor­der­ten, ein­zu­rich­ten und einen Blä­ser­chor zu grün­den. Auch der Kin­der­chor, der gleich nach Kriegs­en­de von Pfar­rer Bräu­er gegrün­det wor­den war, dann aber mit des­sen zuneh­men­der pfarr­amt­li­cher Inan­spruch­nah­me stark zurück­ging, soll­te wie­der ins Leben geru­fen wer­den.

Die­ser Kin­der­chor soll­te eben­falls got­tes­dienst­li­che Auf­ga­ben bekom­men und sich im Kur­ren­desin­gen betä­ti­gen, das beson­ders vor Weih­nach­ten immer grö­ße­re Aus­ma­ße annahm und sich bei Chor­kin­dern und bei den besuch­ten Alten und Kran­ken gro­ßer Beliebt­heit erfreu­te. Aus die­sen Jah­ren ragt als Ereig­nis beson­ders die Orgel­wei­he am 7. Juni 1953 her­aus (bis dahin hat­te die Dom­not­kir­che noch kei­ne Orgel), bei der als Höhe­punkt erst­mals eine Kan­ta­te von Johann Sebas­ti­an Bach (BWV 17 "Wer Dank opfert, der prei­set mich") auf­ge­führt wur­de. Schwie­rig­kei­ten wie Män­ner­stim­men­man­gel und stän­di­ger Raum­wech­sel blie­ben zunächst wei­ter­hin Beglei­ter des Cho­res. Der Kin­der­chor hat­te beson­ders unter Bedrän­gun­gen und Behin­de­run­gen durch man­che Schul­di­rek­to­ren und Leh­rer zu lei­den. So ging sei­ne Mit­glie­der­zahl wie­der zurück.

St. Marien-Domkantorei, 1966

St. Mari­en-Dom­kan­to­rei, 1966

Im fol­gen­den Jahr­zehnt, also von 1960 bis 1970, häuf­ten sich außer­ge­wöhn­li­che Ereig­nis­se. Im Febru­ar 1960 konn­te das ers­te Ora­to­ri­um auf­ge­führt wer­de ("Judas Mak­ka­bä­us" von Georg Fried­rich Hän­del). Unver­ges­sen sind bis heu­te die enor­me Anstren­gung und Leis­tung des Cho­res, die vie­len Men­schen, die z.T. an Türen und Fens­tern lausch­ten, weil sie in der Kir­che kei­nen Platz mehr fin­den konn­ten und die Erleich­te­rung über das Gelin­gen, das zuvor von wich­ti­gen Ver­tre­tern der Gemein­de­lei­tung ange­zwei­felt wor­den war. Eine gro­ße Anzahl der bekann­ten Ora­to­ri­en, Mes­sen und Pas­sio­nen gelang­te von nun an regel­mä­ßig zur Auf­füh­rung. 1960 wur­de auch die Spat­zen­grup­pe gegrün­det, in der Kin­der im Vor­schul­al­ter sin­gend, spie­lend und tan­zend auf die Kin­der­chor­zeit vor­be­rei­tet wer­den soll­ten. Die Spat­zen­grup­pe wur­de Mus­ter und Vor­rei­ter für vie­le Chö­re und auch außer­kirch­li­che Ein­rich­tun­gen. Von nun an wuchs auch der Kin­der­chor wie­der.

Programm "Weihnachtsoratorium", St. Marien-Domkantorei, 1966

Pro­gramm "Weih­nachts­ora­to­ri­um", St. Mari­en-Dom­kan­to­rei, 1966

Eben­falls 1960 war Fürs­ten­wal­de und beson­ders der Chor der Dom­ge­mein­de Gast­ge­ber des Bran­den­bur­gi­schen Kir­chen­chor­ta­ges. Aus einer Not­la­ge her­aus wur­de 1964 erst­mals eine Wochen­en­drüs­te durch­ge­führt. Das Ergeb­nis, die Freu­de, die Stär­kung der Gemein­schaft waren so groß, dass es von nun an jähr­lich min­des­tens eine sol­che Rüs­te gab . Der Kin­der­chor führ­te dies eben­falls ein. Die meis­ten Rüs­ten fan­den im gelieb­ten Jugend­heim Hirschluch statt. Der Rund­funk enga­gier­te den Chor 1968 erst­mals zur Gestal­tung einer Rund­funk­mor­gen­fei­er. Von den eben genann­ten Ora­to­ri­en­auf­füh­run­gen sei­en drei beson­ders erwähnt. Am 1. Advent 1961 erklang erst­mals in Fürs­ten­wal­de Bachs "Weih­nachts­ora­to­ri­um". Welch ein Jubel und welch eine Stär­kung von Sän­gern und Hörern weni­ge Mona­te nach dem Mau­er­bau!

Im Mai 1968 war es Haydns "Schöp­fung", die in der grö­ße­ren, akus­tisch viel güns­ti­ge­ren Katho­li­schen Kir­che St. Johan­nes zur Auf­füh­rung kam. Der Klang und der opti­sche Ein­druck (die gro­ße Zahl der Mit-wir­ken­den in den Strah­len der durch die Fens­ter her­ein­bre­chen­den Son­ne) begeis­ter­ten alle Besu­cher. Auch die öku­me­ni­schen Bezie­hun­gen gewan­nen unge­mein und wei­te­ten sich zu Freund­schaf­ten der bei­den gro­ßen Kir­chen­ge­mein­den aus.

Ganz anders aber war es ein Jahr spä­ter, als der Rat des Krei­ses eine Auf­füh­rung von Bachs "Johan­nes­pas­si­on" ver­bot, aus­ge­spro­chen in einem soge­nann­ten Gespräch zwi­schen vier staat­li­chen Funk­tio­nä­ren und Kan­tor Kahl. Chor und Kan­tor miss­ach­te­ten jedoch die­ses Ver­bot und die Auf­füh­rung rief mehr Zuspruch her­vor, als je eine Auf­füh­rung zuvor.

KMD i.R. Wolfgang Kahl mit der Kinder- und Jugendkantorei

KMD i.R. Wolf­gang Kahl mit der Kin­der- und Jugend­kan­to­rei

Die Ent­wick­lung zur Kan­to­rei, wie sie heu­te besteht, voll­zog sich in den Jah­ren von 1970 bis 1980. 1970 fand die ers­ten Chor­rei­se des Kin­der­cho­res statt. 42 Kin­der reis­ten in den Som­mer­fe­ri­en an die Ost­see, kam­pier­ten in einem Pfarr­haus, gaben Kon­zer­te in den Bäder­kir­chen und gestal­te­ten Got­tes­diens­te. Der Erfolg war in jeder Hin­sicht (cho­risch, Freu­de, Gemein­schaft) über­wäl­ti­gend. Es folg­ten unzäh­li­ge wei­te­re Rei­sen, die ers­ten 20 inner­halb der DDR, da Grenz­über­schrei­tun­gen nicht mög­lich waren. Die Teil­neh­mer­zah­len stie­gen, aus dem Kin­der­chor wur­de die Kin­der- und Jugend­kan­to­rei, da mit den Jun­gen Män­ner­stim­men her­an­wuch­sen. Die Kin­der- und Jugend­kan­to­rei wur­de zum Kraft­quell vie­ler jun­ger Men­schen und trug wesent­lich zu deren Per­sön­lich­keits­bil­dung bei. Die Kan­to­rei wur­de für wei­te­re Rund­funk­auf­nah­men ver­pflich­tet, an der Aus­füh­rung regel­mä­ßi­ger Bach­kan­ta­ten­got­tes­diens­te in der Ber­li­ner Sophi­en­kir­che betei­ligt und war 1976 aber­mals Gast­ge­ber des beson­ders gut besuch­ten Bran­den­bur­gi­schen Kir­chen­chor­ta­ges, bei dem sie den Got­tes­dienst mit­ge­stal­te­te, die Kin­der- und Jugend­kan­to­rei ein eige­nes Kon­zert gab und bei­de Chor­grup­pen das „Deut­sche Requi­em" von Brahms auf­führ­ten.

Eine gro­ße Zahl nam­haf­ter Solis­ten, Ber­li­ner Orches­ter­mu­si­ker und Stu­den­ten kam immer wie­der gern zur Mit­wir­kung der viel­fäl­ti­gen Fürs­ten­wal­der Kir­chen­mu­si­ken. All dies hat­te zur Fol­ge, dass die Kir­chen­mu­si­ker­stel­le der Fürs­ten­wal­der Dom­ge­mein­de zur A- Stel­le erho­ben wur­de.

In den Jah­ren 1980 bis 1994 – in die­sem Jahr wech­sel­te KMD Wolf­gang Kahl in den Ruhe­stand – war die Kan­to­rei an allen regio­na­len und Kreis­kir­chen­ta­gen betei­ligt, wobei die Gestal­tung des Schluss­got­tes­diens­tes des gro­ßen Frank­fur­ter Kir­chen­ta­ges zum Luther­jahr 1983 mit dem Bewe­gungs­spiel zum The­ma "Ver­trau­en wagen" beson­ders bemer­kens­wert war. Eben­falls her­aus­ra­gend war die Durch­füh­rung eines Bach­kan­ta­ten­got­tes­diens­tes in der Frank­fur­ter Ger­trau­den­kir­che, eine Ver­an­stal­tung im Rah­men des inter­na­tio­na­len Bach­fes­tes 1984. Im Herbst 1985 wur­de das hun­derts­te Jubi­lä­um des Cho­res mit einem Tref­fen ehe­ma­li­ger Cho­ris­ten, einem Fest­got­tes­dienst und der Auf­füh­rung der Mes­se C-Dur von Beet­ho­ven gefei­ert. Im August 1986 fand erst­ma­lig das Abschluss­kon­zert der Chor­fahrt der Kin­der- und Jun­gend­kan­to­rei in der Dom­rui­ne statt. Unver­gess­lich: Stei­ne, Trüm­mer, Ver­gäng­lich­keit und dazwi­schen 85 jun­ge, musi­zie­ren­de Men­schen. Zei­chen der Hoff­nung! Die­ser Brauch wur­de bei­be­hal­ten. Schon beim Weih­nachts­sin­gen 1986 wur­de der Start­schuss für die Dom­bau­kon­zer­te gege­ben, die die Musi­ka­li­schen Ves­pern ablös­ten und für die sich nam­haf­te Künst­ler neben den Chö­ren, Blä­sern und ein­hei­mi­schen Kräf­ten kos­ten­los zur Ver­fü­gung stell­ten. Mit Chor­fahrt­kol­lek­ten und Kas­set­ten­ver­käu­fen wur­den so rund ein­hun­dert­tau­send Mark ein­ge­spielt.

Generalprobe der Domkantorei zum "Paulus" am 18. September 1993

Gene­ral­pro­be der Dom­kan­to­rei zum "Pau­lus" am 18. Sep­tem­ber 1993

Mit dem Fall der Mau­er gab es so man­che Ver­än­de­rung: Die Pres­se nahm nun Notiz von der Kir­chen­mu­sik, es gab Wer­bemöglichkeiten, die Chor­rei­sen führ­ten auch in die alten Bun­des­län­der, wo die jun­gen Sän­ger gro­ße Aner­kennung fan­den und 1992 trat auch die Kan­to­rei eine Rei­se nach Hol­land an, die ein gro­ßer musi­ka­li­scher und mensch­li­cher Erfolg wur­de.

Und wei­te­re Mau­ern fie­len. Im Febru­ar 1992, wur­de der Kan­to­rei ein ganz ande­rer Erfolg zuteil: die Kin­der- und Jugend­kan­to­rei darf das Kon­zert zum 50. Todes­tag der Geschwis­ter Scholl im gleich­na­mi­gen Gym­na­si­um mit­ge­stal­ten. Noch weni­ge Jah­re zuvor wäre es undenk­bar gewe­sen, dass die Kan­to­rei in einem nicht­kirch­li­chen Raum sin­gen darf. Doch nach dem Fall der Gren­zen in Deutsch­land fie­len lang­sam auch ande­re Gren­zen. KMD Wolf­gang Kahl erin­nert sich in sei­nem Buch "Wer sich die Musik erkiest", erschie­nen 2008, an die­ses bewe­gen­de Kon­zert:

Artikel Märkische Oderzeitung 11.03.1993

Arti­kel Mär­ki­sche Oder­zei­tung 11.03.1993

"Ganz beson­ders beein­dru­ckend war aber der Auf­tritt im Gym­na­si­um 'Geschwis­ter Scholl' in Fürs­ten­wal­de. Zur 50. Wie­der­kehr des Todes­ta­ges der Geschwis­ter Scholl soll­te eine Gedenk­ver­an­stal­tung mit Lesun­gen und Musik statt­fin­den. Der Direk­tor der Schu­le, Dr. Gün­ther Krebs, der selbst ein­mal Mit­glied unse­res Kin­der­cho­res und der Kan­to­rei war und heu­te als Pen­sio­när wie­der mit­singt, wünsch­te sich sehr, dass unser Kin­der- und Jugend­chor mit­wir­ken möge. Nur zu gern taten wir ihm den Gefal­len. Da aber die Büh­ne der Aula der Schu­le zu klein für unse­re gro­ße Schar und die vie­len Instru­men­te war, fan­den wir die Lösung, dass der ers­te Teil der Ver­an­stal­tung in der Aula sein soll­te und der zwei­te Teil mit uns im Haus­flur. Nun muss­ten die Besu­cher zwar umzie­hen, aber der Platz im Flur vor der Aula war groß und akus­tisch ide­al. Es sang sich wun­der­bar, die Besu­cher waren begeis­tert, der Direk­tor strahl­te. Zwei Jah­re zuvor wäre so etwas unmög­lich gewe­sen, ein kirch­li­cher Chor in einer staat­li­chen Schu­le, unse­re Gym­na­si­as­ten hät­ten frü­her nicht all­zu viel Auf­he­bens von Ihrer Mit­glied­schaft in unse­rem Chor machen dür­fen. Das war nun alles ganz anders."

Die Kinder- und Jugendkantorei darf das Konzert zum 50. Todestag der Geschwister Scholl im Jahre 1992 im gleichnamigen Gymnasium mitgestalten (Bildmontage)

Die Kin­der- und Jugend­kan­to­rei darf das Kon­zert zum 50. Todes­tag der Geschwis­ter Scholl im Jah­re 1992 im gleich­na­mi­gen Gym­na­si­um mit­ge­stal­ten (Bild­mon­ta­ge)

Am 18. Sep­tem­ber 1993 gelang­te anläss­lich des Diens­ten­des des lang­jäh­ri­gen Kan­tors KMD Wolf­gang Kahl in der "Bau­stel­le Dom" das Ora­to­ri­um "Pau­lus" von Men­dels­sohn zur Auf­füh­rung. Die tief beein­druck­ten vie­len Besu­cher kamen trotz der niedri­gen Tem­pe­ra­tu­ren auch zum Abschieds­got­tes­dienst mit rei­cher cho­ri­scher Gestal­tung noch ein­mal in den Dom.

KMD i.R. Wolfgang Kahl

Die Fest­re­de von Herrn KMD i.R. Wolf­gang Kahl anläss­lich des 111. Chor­ju­bi­lä­ums der St. Mari­en-Dom­kan­to­rei Fürs­ten­wal­de kann durch Klick auf das Bild auf­ge­ru­fen wer­den.

Im Jahr Sep­tem­ber 1996 begeht die Dom-Gemein­de fest­lich das 111. Chor­ju­bi­lä­um der St. Mari­en-Dom­kan­to­rei. Zu die­sem Anlass hält der lang­jäh­ri­ge Kan­tor der St. Mari­en-Dom­kan­to­rei, Herr KMD i.R. Kahl eine denk­wür­di­ge Fest­re­de, in der die Geschich­te des Cho­res auf beson­de­re und tief emo­tio­na­le Wei­se für die Zuhö­rer erleb­bar nach­ge­zeich­net wird. Der Wort­laut die­ser Rede kann hier nach­ge­le­sen wer­den.

Die Kantorei von 1994 bis zur Gegenwart

Am 1. April 1994 trat Georg Popp die Nach­fol­ge des Dom­kan­tors KMD i.R. Wolf­gang Kahl an. KMD Georg Popp ist außer­dem als Kreis­kan­tor und Kreis­po­sau­nen­wart des Kir­chen­krei­ses Fürs­ten­wal­de-Straus­berg (Evan­ge­li­sche Kir­che Ber­lin – Bran­den­burg – schle­si­sche Ober­lau­sitz) tätig.

Die gut auf­ge­bau­te Kan­to­rei­ar­beit wird bis heu­te kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ge­führt. Hin­zu kamen die Lei­tung des Posau­nen­cho­res Fürs­ten­wal­de, zeit­wei­se ein klei­nes Ensem­ble (9 Per­so­nen) ehe­ma­li­ger Sän­ger der Kin­der- und Jugend­kan­to­rei, das soge­nann­te „Mari­en-Ensem­ble“, wel­ches auch immer­hin 5 Chor­fahr­ten in der Zeit nach Ostern auf die Bei­ne stell­te sowie das Block­flö­ten­en­sem­ble „Sona­ti­na“.

Dar­über hin­aus bot bzw. for­der­te das ein­ma­li­ge Gebäu­de „St. Mari­en-Dom“ eine wesent­lich erwei­ter­te Kon­zert-Tätig­keit, wel­che sich einer­seits an den Bedürf­nis­sen und Nach­fra­gen der Men­schen, ande­rer­seits an den ver­schie­de­nen Fest-Zei­ten des Kir­chen­jah­res ori­en­tiert. Unter dem Gesichts­punkt der Häu­fig­keit von kir­chen­mu­si­ka­li­schen Ver­an­stal­tun­gen ist der St. Mari­en-Dom mit knapp 50 Kon­zer­ten daher an ers­ter Stel­le zu nen­nen.

Seit der Wie­der­ein­wei­hung des St. Mari­en-Domes im Jah­re 1995 mach­te sich KMD Georg Popp beson­ders ver­dient um den Bau der gro­ßen Dom­or­gel, des­sen Initia­tor und trei­ben­de Kraft er stets war. Nicht zuletzt Dank sei­nes Enga­ge­ments konn­te am Refor­ma­ti­ons­tag 2005 die Orgel ein­ge­weiht wer­den. Die Stadt Fürs­ten­wal­de ver­lieh ihm daher im Janu­ar 2006  den „Gol­de­ne Rabe“ und Ende 2006 wur­de Kan­tor Georg Popp durch die Kir­chen­lei­tung der Evan­ge­li­schen Kir­che Ber­lin – Bran­den­burg – schle­si­sche Ober­lau­sitz (EKBO) der Titel eines Kir­chen­mu­sik­di­rek­tors ver­lie­hen.

Die Kan­to­rei glie­dert sich heu­te in die St. Mari­en-Dom­kan­to­rei, die Kin­der- und Jugend­kan­to­rei, den Kin­der­chor, den Spat­zen­chor und den Posau­nen­chor. Die  Frau von Herrn KMD Georg Popp, Cor­ne­lia Popp, lei­tet mitt­ler­wei­le den Spat­zen- und den Kin­der­chor sowie das Block­flö­ten­en­sem­ble „Sona­ti­na“.