Domorgel

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen zu den Orgeln im Dom St. Mari­en in Fürs­ten­wal­de und ihrer (Ent­ste­hungs-) Geschich­te.

Blick in das Kirchenschiff mit Emporen und großer Domorgel

Blick in das Kir­chen­schiff mit Empo­ren und gro­ßer Dom­or­gel

Die frühen Orgeln bis 1910

(nach oben ↑)
Bis zum Jah­re 1576 hat­te der St. Mari­en-Dom zwei Orgeln, die aber einem gro­ßen Stadt­brand zum Opfer fie­len. Genaue­res lässt sich über die­se Instru­men­te aber nicht sagen. Von 1590–1592 bau­te der Orgel­bau­er Mar­tin Gra­bow, der zeit­wei­lig sei­ne Werk­statt auch in Fürs­ten­wal­de hat­te, eine Orgel, die 1756 bei der tota­len Reno­va­ti­on abge­ris­sen wer­den muß­te.

Der berühm­te Orgel­bau­er Gott­lieb Scholt­ze aus Neu­rup­pin stell­te im Jah­re 1772 einen Orgel­neu­bau mit drei Manua­len und Pedal fer­tig. Sie besaß 41 klin­gen­de Stim­men, wel­che sich auf drei Manua­le und Pedal wie folgt ver­teil­ten:

A. Haupt­werk   B. Ober­werk
1. Prin­zi­pal 8'   13. Prin­zi­pal 8'
2. Sor­dun 16'   14. Quin­ta­tön 8'
3. Rohr­flö­te 8'   15. Gedact 8'
4. Octa­ve 4'   16. Octa­ve 4'
5. Spitz­flö­te 4'   17. Flaut tra­ver­so 4'
6. Quin­te 3'   18. Rohr­flö­te 4'
7. Superoc­ta­ve 2'   19. Nas­sat 3'
8. Sede­ci­ma 1'   20. Wald­flö­te 2'
9. Scharf 5 fach   21. Quin­te 1 1/2'
10. Cor­net 3 fach   22. Fla­geo­let 1'
11. Cla­ri­net 3 fach   23. Mix­tur 3 fach
12. Trom­pet 8'   24. Vox huma­na 8'
C. Unter­werk   D. Pedal
25. Gedact 8'   33. Prin­zi­pal 16'
26. Octa­ve 4'   34. Sub­baß 16'
27. Unda maris 4'   35. Gems­horn 8'
28. Rausch­quin­te 5'   36. Quin­te 6'
29. Octa­ve 2'   37. Octa­ve 4'
30. Ter­tie 1 3/5'   38. Cho­ral­f­lö­te 2'
31. Quin­te 1 1/2'   39. Posau­ne 16'
32. Mix­tur 3 fach   40. Trom­pet 8'
        41. Cla­ri­ne 4'
  Dazu 5 Bäl­ge à 10' lang und 5' breit.
Kostenanschlag der Orgelbau-Anstalt W. Sauer, Frankfurt a. O.

Kos­ten­an­schlag der Orgel­bau-Anstalt W. Sau­er, Frank­furt a. O.

Der Pro­spekt die­ser schö­nen Orgel wur­de bei einem erneu­ten Neu­bau (1908–10) bei­be­hal­ten.

Die­ser wur­de von der Orgel­bau­fir­ma Sau­er aus Frank­furt (Oder) erstellt und von dem fast acht­zig­jäh­ri­gen Wil­helm Sau­er als des­sen letz­tes Werk nach dem Ein­wei­hungs­kon­zert einer brei­ten Öffent­lich­keit erläu­tert.

Die­ses Instru­ment besaß eben­falls drei Manua­le, Pedal und 50 klin­gen­de Stim­men und wur­de von dem Ren­dan­ten Fritz Gras­nick gestif­tet.

Die genaue Dis­po­si­ti­on ist eben­falls bekannt:

I. Manu­al  C — g’’’,  56 Tas­ten

1. Prin­zi­pal 16'   8. Trom­pe­te 8'
2. Prin­zi­pal 8'   9. Octa­ve 8'
3. Starkt­on­prin­zi­pal 8'   10. Rohr­flö­te 4'
4. Flû­te har­mo­ni­que 8'   11. Rausch­quin­te 4'
5. Vio­la di Gam­ba 8'   12. Mix­tur 2 fach
6. Rohr­flö­te 8'   13. Cor­nett 4 fach
7. Gems­horn 8'        

II. Manu­al  C — g’’’,  56 Tas­ten

14. Prin­zi­pal 8'   21. Dul­cia­na 8'
15. Bor­dun 16'   22. Cla­ri­nett 8'
16. Kon­zert­flö­te 8'   23. Octa­ve 4'
17. Spitz­floe­te 8'   24. Tra­vers­floe­te 4'
18. Sali­cio­nal 8'   25. Pic­co­lo 2'
19. Gedackt 8'   26. Pro­gres­sio 2–4 fach
20. Quin­ta­tön 8'        

III. Manu­al  /  Schwell­werk  /   C — g’’’,  56 Tas­ten

27. Gei­gen­princi­pal 8'   33. Lieb­lich Gedackt 8'
28. Lieb­lich Gedackt 16'   34. Oboe 8'
29. Solo­floe­te 8'   35. Fuga­ra 4'
30. Aeo­li­ne 8'   36. Fern­floe­te 4'
31. Vio­la 8'   37. Ses­qui­al­ter 2 fach
32. Voix céles­te 8'   38. Flau­ti­no 2'

Pedal     C — f’,  30 Tas­ten

39. Unter­satz 32'   45. Quint­bass 10 2/3'
40. Princi­pal­bass 16'   46. Octav­bass 8'
41. Vio­lon­bass 16'   47. Gedackt­bass 8'
42. Sub­bass 16'   48. Vio­lon­cel­lo 8'
43. Lieb­lich Gedackt 16'   49. Trom­pe­te 8'
44. Posau­ne 16'   50. Octa­ve 4'

Kop­peln und Kom­bi­na­tio­nen

3 Manu­al­kop­peln II zu I, III zu I, III zu II   Mez­zo­for­te­pe­dal
3 Pedal­kop­peln zum I., II. und III. Manu­al   Abstel­ler der Rohr­wer­ke
Superoc­tav­kop­pel I.  Manu­al   Frei ein­stell­ba­re Com­bi­na­ti­on
Sub­oc­tav­kop­pel II.  und   I. Manu­al   Roll­schwel­ler für das gan­ze Werk
Mez­zo­for­te   Abstel­ler des Roll­schwel­lers
For­te   Abstel­ler der Hand­re­gis­trie­rung
Tut­ti   Jalou­sie­schwel­ler für das III. Manu­al
Pia­no­pe­dal    

Bild­ma­te­ri­al aus der Zeit zwi­schen 1908 und 1945:

Die Orgeln nach dem 2. Weltkrieg bis zur Wiedereinweihung des Doms

(nach oben ↑)
Bei der Zer­stö­rung des Domes im April 1945 wur­de auch die 50stimmige Orgel der Orgel­bau­fir­ma Sau­er aus Frank­furt (Oder) nach 35 Jah­ren Opfer der Kriegs­zer­stö­rung.

Kleine, fahrbare Orgel der Orgelbaufirma Sauer, Frankfurt (Oder)

Klei­ne, fahr­ba­re Orgel der Orgel­bau­fir­ma Sau­er, Frank­furt (Oder)

In der seit dem Krieg genutz­ten Dom­not­kir­che bau­te Sau­er 1953 eine Orgel mit 17 Regis­tern auf zwei Manua­len und Pedal. Ein klei­nes drei­re­gist­ri­ges Por­ta­tiv stand eben­falls dort, ist aber seit dem "Umzug" in den Dom nicht mehr genutzt wor­den, da vie­le Män­gel und star­ke Abnut­zungs­er­schei­nun­gen ein Spie­len unmög­lich mach­ten. Die Pfei­fen wur­den ver­kauft bzw. ver­stei­gert.

Recht­zei­tig zur Domein­wei­hung 1995 wur­de eben­falls von der Orgel­bau­fir­ma Sau­er eine klei­ne, fahr­ba­re Orgel gelie­fert.

Register der kleinen Sauer-Orgel

Regis­ter der klei­nen Sau­er-Orgel

Von ihrer Grö­ße und Klang­vo­lu­men ist sie zwar für den Dom­saal kon­zi­piert, kann dort aber auf­grund zu gro­ßer Tro­cken­heit und hoher Tem­pe­ra­tur nicht mehr ste­hen. Sie wird als Begleit­in­stru­ment für Chor und Solis­ten und für Got­tes­diens­te genutzt und steht vor­ne rechts vor dem Chor­um­gang.

Die­se klei­ne Orgel ist fahr­bar, ihre 14 Regis­ter — zählt man die Kom­bi­na­ti­on von Nasard und Terz als Ses­qui­al­te­ra und sowohl den Vor­ab­zug Quin­te als auch den Gedackt­baß als eigen­stän­di­ge Regis­ter — ver­tei­len sich auf zwei Manua­le und Pedal. Die Spiel- und Regis­ter­trak­tur ist mecha­nisch, drei Kop­peln als Fuß­trit­te rechts ver­bin­den die ein­zel­nen Wer­ke. Orgel­bau­meis­ter Peter Fräß­dorf hat sie into­niert. Ihre Dis­po­si­ti­on lau­tet:

  I. Manu­al — Haupt­werk       II. Manu­al – Posi­tiv  
1. Rohr­flö­te 8'   8. Holz­ge­dackt 8'
2. Prin­zi­pal (Pro­spekt) 4'   9. Block­flö­te 4'
3. Wald­flö­te 2'   10. Nasard 2 2/3'
4. Quin­te  (Vor­ab­zug v.
Mix­tur)
1 1/3'   11. Prin­zi­pal (Pro­spekt) 2'
  Mix­tur  4fach 1 1/3'   12. Terz 1 3/5'
5. Schal­mei — Oboe 8'   13. Tremu­lant  
6. Tremu­lant          
  Pedal  
7. Sub­baß 16'
14. Gedackt­baß 8'

Die neue große Domorgel

Die Geschichte der neuen Domorgel

(nach oben ↑)

Spieltisch der großen Domorgel

Spiel­tisch der gro­ßen Dom­or­gel

Doch die St. Mari­en-Dom­ge­mein­de wünsch­te sich auch eine gro­ße Dom­or­gel, die wie zu frü­he­ren Zei­ten ihren Platz auf der 2. und 3. Empo­re bekom­men und so den gan­zen Raum mit ihrem Klang erfül­len soll­te. In Anleh­nung an die Grö­ße der voll­kom­men zer­stör­ten alten Dom­or­gel, so der Wunsch für die neue Orgel, soll­ten auch hier etwa 50 Regis­ter auf drei Manua­le und Pedal ver­teilt sein. Dar­über hin­aus soll­te sich ein archi­tek­to­nisch beson­de­rer Pro­spekt (Gehäu­se) mög­lichst har­mo­nisch dem Raum anpas­sen und ein  gleich­wer­ti­ges Gegen­über zu  Altar und Sakra­men­ten­haus dar­stel­len.

Um die­se Wün­sche in die Rea­li­tät umzu­set­zen, wur­de der „Freun­des­kreis Dom­or­gel“ gegrün­det, der die­ses Pro­jekt allein und eigen­ver­ant­wort­lich vor­an­trieb und sich um die Finan­zie­rung küm­mer­te. Die­se klei­ne Grup­pe von nur acht Men­schen unter Lei­tung von KMD Popp konn­te von Novem­ber 1996 bis Okto­ber 2005 durch ihr gro­ßes Enga­ge­ment und viel­fäl­tigs­te Aktiv­tä­ten sage und schrei­be über 700.000 € an Spen­den ein­wer­ben.

Zimbelstern an der großen Domorgel

Zim­bel­s­tern an der gro­ßen Dom­or­gel

Es wur­den Ent­wür­fe für eine gro­ße Dom­or­gel mit den genann­ten Anfor­de­run­gen bei sechs nam­haf­ten Orgel­bau­ern in Auf­trag gege­ben, doch hät­ten die­se Vor­schlä­ge bei Umset­zung bis zu 1,8 Mil­lio­nen DM gekos­tet. Dann gab es eine jedoch eine unver­hoff­te „Wen­de“ in der bis­he­ri­gen Pla­nung.

Durch ein Kon­zert des Tho­maner­cho­res aus Leip­zig im Herbst 1998 ergab sich zufäl­lig die Mög­lich­keit,  die drei­ma­nu­a­li­ge Orgel der Tho­mas­kir­che Leip­zig (Nord­empo­re) zu kau­fen, da die Leip­zi­ger zum gro­ßen Bach-Jahr 2000 an die­ser Stel­le eine neue Orgel in Auf­trag gege­ben hat­ten. Das dadurch zur Ver­fü­gung ste­hen­de, erst 32 Jah­re alte Instru­ment war 1966 von der Pots­da­mer Orgel­bau­werk­statt Alex­an­der Schu­ke gebaut wor­den.

Entwurfszeichung der Neuer Orgel im St. Marien-Dom zu Fürstenwalde/Spree von Alexander Schuke/Potsdam

Ent­wurfs­zei­chung der Neu­er Orgel im St. Mari­en-Dom zu Fürstenwalde/Spree von Alex­an­der Schuke/Potsdam

Die St. Mari­en-Dom­ge­mein­de kauf­te 1999 die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Orgel von der Gemein­de , die dann im Mai 1999 aus der Tho­mas­kir­che Leip­zig aus­ge­baut und sicher auf der 3. Empo­re des Domes ein­ge­la­gert wur­de. Damit rück­te man dem Ziel, dass die­se Orgel nun in meh­re­ren Etap­pen die neue, gro­ße Dom­or­gel der St. Mari­en-Domes wer­den soll­te ein gro­ßes Stück näher, auch wenn noch viel Arbeit bevor stand.

Orgelgehäuse große Domorgel

Orgel­ge­häu­se gro­ße Dom­or­gel

Doch: eine Orgel ist kein Schrank. Einen Schrank kann man aus­ein­an­der­neh­men, trans­por­tie­ren und am neu­en Ort wie­der zusam­men­set­zen, die Fächer ver­än­dern und ande­re Sachen als vor­her in den Schrank legen. Bei einer Orgel ist das anders. Die neue „alte“ Orgel war für die nörd­li­che Sei­ten­em­po­re der Tho­mas­kir­che kon­stru­iert wor­den und asym­me­trisch. Und da sie drei­ßig Jah­re alt war, hat­te sie auch schon eini­ge bau­li­che Ver­än­de­run­gen erfah­ren, die nicht alle von Vor­teil war. So wur­de all das aus der Tho­mas­kir­che aus­ge­baut, was im Fürs­ten­wal­der Dom wie­der ein­ge­baut wer­den konn­te. Dar­über hin­aus wur­de ein neu­es Kon­zept erar­bei­tet, wie man die Orgel mit­tig auf zwei Empo­ren stel­len wür­de.

So konn­te im Ergeb­nis der kon­zep­tio­nel­len Über­le­gun­gen am Ende des Jah­res 2000 das neue Orgel­ge­häu­se, eine Stahl-Holz-Kon­struk­ti­on, die sich auf die 2. und 3. Empo­re ver­teil­te und es auf statt­li­che 18 Ton­nen Gewicht brach­te, bewun­dert wer­den. Das neue Orgel­ge­häu­se pass­te sich sowohl farb­lich als auch archi­tek­to­nisch sehr gut dem Raum an. Zusätz­lich wur­de für den Chor ein Podest rechts und links des zukünf­ti­gen Spiel­ti­sches gebaut, so daß bei Got­tes­diens­ten oder auch Kon­zer­ten bes­se­res Sehen und Hören für die Cho­ris­ten gewähr­leis­tet sein wür­den.

Im Okto­ber 2001 wur­den der neue vier­ma­nu­a­li­ge Spiel­tisch und die über­hol­ten Leip­zi­ger Wind­la­den gelie­fert und mon­tiert.

Große Domorgel - Blick von der Chorempore

Gro­ße Dom­or­gel — Blick von der Cho­rem­po­re

Zur Freu­de aller erklan­gen am Refor­ma­ti­ons­tag 2002 erst­mals drei Regis­ter der Dom­or­gel: Rohr­flö­te 8‘ (Posi­tiv), Gedackt 8‘ und Block­flö­te 4‘ (bei­de Unter­werk). Die­se klang­li­chen „Vor­bo­ten“ füll­ten den gan­zen Dom und ver­mit­tel­ten einen Ein­druck, wel­che groß­ar­ti­gen Klang­mög­lich­kei­ten noch bevor­ste­hen wür­den.

Im Janu­ar und Febru­ar 2003 wur­den sechs Orgel­bau­er tätig, um die Wind­ver­sor­gung aller ein­zel­nen Wer­ke zu kom­plet­tie­ren sowie die Ton­me­cha­nik und die höchst kom­pli­zier­te, elek­tri­sche Regis­tra­tur fer­tig­zu­stel­len. Ab Mit­te August küm­mer­ten sich dann zwei Into­na­teu­re inte­siv um die Dom­or­gel.

Im Innern der großen Domorgel

Im Innern der gro­ßen Dom­or­gel

Doch waren noch wei­te­re, wenn auch letz­te Arbeits­schrit­te aus­zu­füh­ren: die Über­ho­lung, das Rei­ni­gen und Auf­ar­bei­ten des rest­li­chen „Leip­zi­ger" Pfei­fen­wer­kes, wobei jede Pfei­fe ein­zeln bear­bei­tet und klang­lich dem Raum und den ande­ren Pfei­fen ange­paßt wer­den muss­te. Es gab zu die­ser Zeit noch eine begrenz­te Anzahl von ori­gi­na­len Orgel­pfei­fen aus der Tho­mas­kir­che Leip­zig, der Wir­kungs­stät­te Johann Sebas­ti­an Bachs, die beim Auf­bau in die Dom­or­gel kei­ne Ver­wen­dung fan­den. Die­se wur­den ver­kauft, um wei­te­re Mit­tel für den Auf­bau der Orgel zu sam­meln. Dane­ben waren gera­de in den Anfangs­jah­ren Spen­den in Form einer „Orgel­ak­tie“ ein wich­ti­ger Bau­stein der Finan­zie­rung der gro­ßen Dom­or­gel. Für 250,- €  konn­te sym­bo­lisch eine Orgel­pfei­fe gestif­tet wer­den. Dem ide­el­len Teil­ha­ber an der Orgel wur­de dafür eine Urkun­de aus­ge­stellt, sein Name sowohl an der Tafel der Orgel­aus­stel­lung als auch auf einer Pfei­fe ange­bracht.

Am Refor­ma­ti­ons­tag 2003 konn­ten alle Regis­ter aus Leip­zig in einem Fest­got­tes­dienst und Fest­kon­zert und sich anschlie­ßen­dem „Fest­mo­nat“ zur Orgel­ein­wei­hung gespielt wer­den. Unzäh­li­ge Men­schen waren erfüllt und dank­bar über das bis­her Erreich­te.

Blick auf den heutigen Zustand der Domorgel

Blick auf den heu­ti­gen Zustand der Dom­or­gel

Ende 2004 erklan­gen die ers­ten fünf Regis­ter des neu­en Schwell­wer­kes, wel­ches die bis dahin baro­cken Klang­far­ben um eini­ge des 19. Jahr­hun­derts ergänz­te. Die noch feh­len­den Regis­ter wur­den im Herbst 2005 ein­ge­baut. Ganz beson­ders zu nen­nen ist der Ein­bau von zwei Zim­bel­ster­nen mit je 7 Bron­zeglo­cken. Die­ses Effekt­re­gis­ter, so sagt man unter Orgel­lieb­ha­bern, ver­leiht gera­de einer tri­um­pha­len Orgel­mu­sik einen wei­te­ren zusätz­li­chen und von vie­len Zuhö­rern als fei­er­lich emp­fun­de­nen Akzent.

Die nun fer­tig gestell­te Orgel konn­te am Refor­ma­ti­ons­tag 2005 durch den dama­li­gen Bischof Dr. Wolf­gang Huber „ein­ge­weiht“ wer­den. Die „Köni­gin“ erleb­te an die­sem Tag und in der sich anschlie­ßen­den Fest­wo­che viel Zuspruch und Bei­fall.

Und hier eine Hör­pro­be unse­rer "Köni­gin": "O du fröh­li­che", Christ­nachts-Got­tes­dienst 2015, Gemein­de, Dom­kan­to­rei, Posau­nen­chor (Auf­nah­me: Chris­toph Trun­te)

"O du fröh­li­che"  Chor: "O du fröh­li­che"


Umzug der großen Domorgel von Leipzig nach Fürstenwalde

Zum Betrach­ten des Vide­os über den Umzug der gro­ßen Dom­or­gel von Leip­zig nach Fürs­ten­wal­de bit­te auf das Bild kli­cken.

Die­ses Video zeigt die wich­tigs­ten Sta­tio­nen des Umzu­ges der gro­ßen Orgel des Fürs­ten­wal­der Domes St. Mari­en von der Leip­zi­ger Tho­mas­kir­che hin zu sei­nem neu­en Zuhau­se im Jahr 1999.
Zu sehen sind:

  • der Abbau der Orgel im Mai/Juni 1999 in Leip­zig,
  • der Trans­port und die Ein­la­ge­rung im Dom St. Mari­en, Fürs­ten­wal­de,
  • der Rück­trans­port der lee­ren Pfei­fen­kis­ten zur Orgel­bau­fir­ma,
  • der Auf­bau des Stahl­ge­rüs­tes im Dom,
  • der Ein­bau der Pfei­fen und des Spiel­ti­sches sowie
  • eini­ge sehr inter­es­san­te Auf­nah­me aus der Orgel­bau­fir­ma Schu­ke

Durch das außer­ge­wöhn­li­che Enga­ge­ment des Freun­des­krei­ses und die Spen­den­freu­dig­keit vie­ler Ein­zel­spen­der und Geber wur­de ein wun­der­ba­res Werk geschaf­fen, das auch die nächs­ten Gene­ra­tio­nen erfreu­en wird.

Zeitlicher Abriss der Arbeiten an der Domorgel

(nach oben ↑)

  Fer­tig­stel­lung
Kauf der Orgel, Abbau, Trans­port, Ein­la­ge­rung Juni 1999
Kon­struk­ti­ons­pla­nung, Sta­tik Dezem­ber 1999
Gehäu­se Stahl-Holz August 2000
Spiel­schrank März 2001
Auf­ar­bei­tung Pfei­fen­werk, Laden etc. Dezem­ber 2001
Orgel­elek­trik August 2002
Tech­ni­sche Mon­ta­ge, Ver­pa­cken etc. März 2003
Fer­tig­stel­lung Ein­bau aller „Leip­zi­ger“ Regis­ter Refor­ma­ti­ons­tag 2003
Ein­bau aller noch feh­len­den Regis­ter Herbst 2005
Orgel­wei­he durch den dama­li­gen Bischof Dr. Wolf­gang Huber Refor­ma­ti­ons­tag 2005

Kleine Statistik der Domorgel

(nach oben ↑)

  Fer­tig­stel­lung
Mit­glie­der des Freun­des­krei­ses Dom­or­gel 8
Manua­le mit je 56 Tas­ten neu
Pedal­kla­via­tur mit 30 Tas­ten aus Leip­zig
Län­ge der kleins­ten Pfei­fe   ca.  6,5 mm
Gewicht der kleins­ten Pfei­fe 4,2 g
Län­ge der größ­ten Pfei­fe ca. 6,50 m
Gewicht der größ­ten Pfei­fe ca.  75 kg
Durch­mes­ser der kleins­ten und größ­ten Pfei­fe 2mm — 28 cm
Gewicht der gesam­ten Orgel 25 Ton­nen
Anzahl der Pfei­fen 4316
Ver­wen­de­te Regis­ter der alten Leip­zi­ger Orgel 42
Für Fürs­ten­wal­de neu­ge­bau­te Regis­ter 22
Sons­ti­ges 2 Zim­bel­ster­ne
Unter­stüt­zung Dr. Mey­er-Struck­mann Stif­tung 75.000 €
Unter­stüt­zung Ost­deut­sche Spar­kas­sen — Stif­tu 75.000 €
Ein­zel­spen­den 550.000 €
Gesamt­kos­ten 700.000

 

 

Spielhilfen der Domorgel

(nach oben ↑)
Set­zer mit 3072 Kom­bi­na­tio­nen, Sequenz­schal­ter vor- und rück­wärts (in der Front­leis­te unter jeder Kla­via­tur, für Regis­tran­tin und als Fuß­tritt [Pis­ton] ), Tut­ti, Abstel­ler für Zun­gen, Mix­tu­ren, 32' und 16' Regis­ter, Tremu­lan­ten für I, III, IV extra ein­stell­bar, nicht in Kom­bi­na­tio­nen zu ver­wen­den, zusätz­li­che Hand­he­bel (Wal­ze und Schwel­ler) für Regis­tran­tin, Ton­trak­tur mecha­nisch, Regis­tra­tur elek­trisch.

Disposition der Domorgel

(nach oben ↑)

Große Domorgel mit Spieltisch

Gro­ße Dom­or­gel mit Spiel­tisch

  IV  Unter­werk    C-g3   alt neu
1. Princi­pal 8'   X
2. Gedackt 8' X  
3. Octa­ve 4' X  
4. Block­flö­te 4' X  
5. Rohr­nas­sat 2 2/3' X  
6. Octa­ve 2' X  
7. Wald­flö­te 2' X  
8. Terz 1 3/5' X  
9. Siff­lö­te 1 X  
10. Mix­tur 6 fach X  
11. Vox huma­na  8'    X
  III Schwell­werk  C-g3      
12. Gedackt  16'   X
13. Gei­gen­princi­pal (Pro­spekt) 8'   X
14. Dop­pel­ge­dackt 8'   X
15. Unda maris 8'   X
16. Sali­cio­nal 8'   X
17. Nacht­horn 4'   X
18. Fuga­ra 4'   X
19. Hohl­quin­te 2 2/3'   X
20. Pic­co­lo 2'   X
21. Terz 1 3/5'   X
22. Quin­te 1 1/3'   X
23. Mix­tur 3–6 fach   X
24. Bom­bar­de  16’   X
25. Trom­pe­te har­mo­ni­que 8'   X
26. Oboe 8'   X
27. Cla­ri­ne 4'   X
28. IV / III      
  II   Haupt­werk  C-g3      
29.  Princi­pal (Pro­spekt)  16'    X
30.  Bor­dun  16'  X  
31. Octa­ve  8'    X
32. Spill­pfei­fe  8'  X  
33. Gam­be  8'    X
34. Octa­ve  4' X  
35.  Spitz­flö­te  4' X  
36. Quin­te  2 2/3' X  
37. Octa­ve  2' X  
38. Cor­nett  2–5 fach    X
39. Mix­tur  6–7 fach X  
40. Scharff  4 fach X  
41. Trom­pe­te  16' X  
42. Trom­pe­te  8' X  
43. l / II      
44. III / II      
45. IV/II      
  l   Posi­tiv C-g3 (= Leip­zi­ger Rück­po­si­tiv)      
46.  Rohr­flö­te 8' X  
47.  Quin­ta­de­na 8' X  
48.  Princi­pal (Pro­spekt) 4'    X
49.  Holz­flö­te 4'  X  
50.  Ses­qui­al­te­ra 2 fach X  
51.  Octa­ve 2'  X  
52.  Quin­te 1 1/3'  X  
53. Sep­ti­me 1 1/7' X  
54.  Octa­ve 1' X  
55.  Mix­tur  4–5 fach X  
56.  Krumm­horn  8' X  
57.  III /1      
58.  IV /1      
  Pedal C — f      
59. Unter­satz (teil­wei­se alter Prin­zi­pal 16') 32'  X X
60. Prin­zi­pal (Pro­spekt) 16'   X
61. Sub­baß 16'  X  
62. Zart­baß (Trans­mis­si­on von No. 12) 16'   X
63. Quin­te 10 2/3' X  
64. Octav­baß 8' X  
65. Vio­lon 8'   X
66. Spitz­flö­te 8' X  
67. Octa­ve 4' X  
68. Gems­horn 4' X  
69. Wei­toc­ta­ve 2' X  
70. Rausch­pfei­fe 3 fach X  
71. Mix­tur 6 fach X  
72. Posau­ne 32'   X
73. Posau­ne 16'    
74. Trom­pe­te 8'    
75. Cla­i­ron 4'    
76.  l /P      
77.  II / P      
78.  III / P      
79.  IV / P      
80.  Zim­bel­s­tern     X

Truhenorgel

(nach oben ↑)

Seit Ende 2005 ist noch eine drit­te, ganz klei­ne Tru­hen­or­gel in der alten Sakris­tei des Domes zu Hau­se. Sie hat nur ein Manu­al mit soge­nann­ter „kur­zer Okta­ve“ und in ihrem Inne­ren lau­ter Holz­pfei­fen. Die­ses Instru­ment wur­de eben­falls von der Fir­ma Alex­an­der Schu­ke, Pots­dam erbaut und wird als Con­ti­nuo-Instru­ment bei grö­ße­ren Auf­füh­run­gen ger­ne genutzt.

Dank

(nach oben ↑)

Allen Ein­zel­spen­dern und den­je­ni­gen, die sich mehr­mals über Jah­re hin­weg an die­sem Pro­jekt durch reich­li­che Gaben betei­ligt haben, sei ganz herz­lich gedankt.

Außer­ge­wöhn­li­che Unter­stüt­zung erfuh­ren wir am Anfang durch die Dr. Mey­er-Struck­mann Stif­tung (Anschub-Finan­zie­rung) und am Ende durch die Ost­deut­sche Spar­kas­sen­stif­tung im Ver­bund mit der Spar­kas­se Oder-Spree (Schluss-Finan­zie­rung), denen bei­den hier aus­drück­lich gedankt wer­den soll.

Spenden

(nach oben ↑)

 

Der „Freun­des­kreis Dom­or­gel" hat von 1999 bis 2005 durch gro­ßes Enga­ge­ment und per­sön­li­chen Ein­satz alle finan­zi­el­len Mit­tel (700.000,- Euro) für den Bau der gro­ßen Dom­or­gel selb­stän­dig ein­ge­wor­ben. Er hat danach eine Rück­la­ge zur Erhal­tung die­ses beson­de­ren Instru­ments gebil­det.

Ein wich­ti­ger Bau­stein waren die Spen­den in Form einer „Orgel­ak­tie". Hier­von sind noch eini­ge zu erwer­ben und kön­nen „gezeich­net" wer­den. Für 250,- € wird sym­bo­lisch eine Orgel­pfei­fe gestif­tet. Dem ide­el­len Teil­ha­ber an der Orgel wird eine Urkun­de aus­ge­stellt, sein Name steht sowohl an der Tafel der Orgel­aus­stel­lung als auch auf einer Pfei­fe. Allen Spen­dern sei hier ganz herz­lich für Ihre Hil­fe und Unter­stüt­zung gedankt.

Wenn Sie die Erhal­tung, Repa­ra­tur, War­tung oder den Aus­bau der Orgel im Dom St. Mari­en unter­stüt­zen wol­len, kön­nen Sie nach­fol­gende Bank­ver­bin­dung für Über­wei­sun­gen benut­zen. Bei „Ver­wen­dungs­zweck“ soll­te "Spen­de Orgel" geschrie­ben wer­den, damit Ihre Spen­de rich­tig ver­bucht wer­den kann.

Für Spen­den­be­schei­ni­gun­gen ist die genaue Anga­be von Namen und Adres­se unbe­dingt und zwin­gend erfor­der­lich. An die­ser Stel­le schon ein­mal ein gro­ßer Dank für die Hil­fe und För­de­rung.

Bei Über­wei­sun­gen bit­te fol­gen­de Bank­ver­bin­dung benut­zen:

Kon­to­in­ha­ber  :       Freun­des­kreis Dom­or­gel
BIC                  :       WELADED1LOS (Bank­in­sti­tut Spar­kas­se Oder — Spree)
IBAN                :       DE96 1705 5050 3000 1538 60