Bericht von der 46. Chorfahrt 2015 der Kinder- und Jugendkantorei Fürstenwalde (Niedersachsen, Sachsen, Thüringen)

Am frü­hen Mon­tag­mor­gen des 17. August star­te­ten die 22 erwar­tungs­fro­hen Kin­der und Jugend­li­chen nach Ein­la­den und einer kur­zen Andacht im Dom zu dem ers­ten Kon­zert­ort Ble­xen an der Unter­we­ser. Am frü­hen Nach­mit­tag erreich­ten wir die alte, roma­ni­sche Kir­che und luden nach einer kur­zen Mit­tags­pau­se alle not­wen­di­gen Musi­ka­li­en, Instru­men­te und Kof­fer aus. In der Kir­che fand die übli­che Stell­pro­be statt, um 17.00 Uhr war­te­te ein Abend­essen auf uns. Umzie­hen und Ein­sin­gen konn­ten wir uns dann im Gemein­de­haus, in dem auch eini­ge in klei­ne­ren Räu­men für die nächs­ten vier Näch­te ihr Quar­tier hat­ten (mit Dusche!), wäh­rend die Jün­ge­ren in Pri­vat­quar­tie­ren unter­ge­bracht waren. Bei die­sem ers­ten Kon­zert hat­ten wir die meis­ten Zuhö­rer im Ver­gleich zu den ande­ren Fahrt-Kon­zer­ten. Von dem „Stand­quar­tier“ Ble­xen aus haben wir in den fol­gen­den Tagen aus­ge­wähl­te bzw. beson­de­re Orte in die­ser Regi­on (Weser­marsch – nord­öst­lich von Olden­burg) bereist und Kon­zer­te gege­ben. Am Diens­tag besuch­ten wir den Nord­see-Ort Tos­sens, wo wir in der St. Bar­tho­lo­mä­us-Kir­che mit dem bedeu­ten­den Altar von Lud­wig Müns­ter­mann den gan­zen Vor­mit­tag zur aus­führ­li­chen Pro­be nutz­ten, wäh­rend es drau­ßen ordent­lich reg­ne­te. So kam für den Trans­port der eige­nen klei­nen Orgel erst­mals die Regen­pla­ne zum Ein­satz. Am Nach­mit­tag lie­ßen wir es uns aber nicht neh­men, wenigs­ten ganz kurz wäh­rend leich­ten Nie­sel­re­gens an die Nord­see zu gehen und schon ein­mal das Was­ser und die so fri­sche, wür­zi­ge See­luft zu beschnup­pern. Im Gemein­de­haus gab es dann wie­der Abend­brot und Umzugs­mög­lich­keit. Nach dem Kon­zert hieß es wie­der ein­la­den aller Musi­ka­li­en (bei Regen) und Rück­fahrt nach Ble­xen. Am Mitt­woch fuh­ren wir in die Kreis­stadt Bra­ke, wo wir zunächst rasch alle Musi­ka­li­en in  die neo­go­ti­sche Stadt­kir­che tru­gen. Danach war ein Ständ­chen bzw. klei­nes Kon­zert im benach­bar­ten St. Bern­hard-Hos­pi­tal vor­ge­se­hen. Aus der sehr klei­nen und engen Kapel­le wur­de unser Sin­gen per Video-Kame­ra auf die ein­zel­nen Zim­mer über­tra­gen, so dass wir zwar die Zuhö­rer nicht sahen, aber hin­ter­her vie­le posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen hör­ten. Im katho­li­schen Pfarr­heim haben wir dann ein war­mes Mit­tag­essen bekom­men und nach einer Mit­tags­pau­se in der Stadt­kir­che unse­re Stell­pro­be absol­viert. Zum Abend­essen hat­ten uns die Chor­sän­ger im gegen­über­lie­gen­den Paul-Ger­hardt-Gemein­de­haus ein Buf­fett aus köst­li­chen Sala­ten, Käse und Wurst sowie Obst und Gemü­se vor­be­rei­tet. Auch hier hieß es nach dem Kon­zert wie­der Ein­la­den, nichts lie­gen­las­sen und Rück­fahrt nach Ble­xen. Der fol­gen­de Tag führ­te uns dann in eine der Tou­ris­mus-Hoch­bur­gen von But­ja­din­gen:  Bur­have.  Die Andacht haben wir bei herr­li­chem Son­nen­wet­ter auf dem Fried­hof an der Kir­che gehal­ten, nach einer kur­zen Stell­pro­be konn­ten wir im Gemein­de­haus Mit­tag essen. Danach stand eine ein­stün­di­ge Deich­wan­de­rung nach Fed­der­war­der­siel auf dem Plan, die uns ganz nah am Was­ser ent­lang führ­te und jedem aus­gie­big Mög­lich­keit bot, mit den Füßen durch den Schlick zu stap­fen. In Fed­der­war­der­siel  besich­tig­ten wir das Natio­nal­park­mu­se­um Wat­ten­meer, hat­ten dann noch eine Stun­de freie Zeit und fuh­ren danach zum Abend­brot und Kon­zert­vor­be­rei­tung nach Bur­have zurück. Am kom­men­den Tag ver­lie­ßen wir nach einem Abschieds-Ständ­chen in Ble­xen But­ja­din­gen und bra­chen in das süd­lich gele­ge­ne Städt­chen Roden­kir­chen zur Mat­thä­us-Kir­che auf.  Hier hat­ten wir für die Stell­pro­be weni­ger Zeit als geplant und muss­ten dann auch alles Auf­ge­bau­te erst ein­mal wie­der zur Sei­te räu­men, da mit­tags eine gro­ße Beer­di­gung in die­ser Kir­che statt­fand. Wir nutz­ten den schö­nen Nach­mit­tag für einen Besuch des Stör­te­be­ker-Bades, wo jeder nach Her­zens­lust baden, plant­schen und sich aus­to­ben konn­te. Von Roden­kir­chen fuh­ren wir nach dem Kon­zert wei­ter in die Gra­fen­stadt Olden­burg, die uns bei einer Füh­rung am Sams­tag gezeigt wer­den soll­te. Für zwei Näch­te beleg­ten wir das Gemein­de­haus neben der Auf­er­ste­hungs­kir­che, wo wir am Sams­tag­nach­mit­tag das Kon­zert und Sonn­tag­vor­mit­tag im Got­tes­dienst san­gen. Nach dem Got­tes­dienst ver­lie­ßen wir auch Olden­burg und Nie­der­sach­sen und bra­chen nach Sach­sen auf.  Ein klei­nes Dorf Altz­schil­len bei Wech­sel­burg, nörd­lich von Chem­nitz, war unser Ziel. In dem Denk­mal­pfle­ge­hof (Fach­werk­bau mit Lehm­zie­gel-Pro­duk­ti­on) hat­te der Her­bergs­va­ter für uns schon den Grill ange­feu­ert und wir konn­ten den kon­zert­frei­en Abend in die­sem beson­de­ren Hof bei bes­tem Som­mer­wet­ter und abends dann auf­ge­hen­dem Halb­mond aus­klin­gen las­sen. Ein reich­hal­ti­ges Früh­stück mit vie­len eige­nen Pro­duk­ten vom Hof war dann auch an den Fol­ge­ta­gen eine sehr gute Grund­la­ge für den Tag. Am Mon­tag fuh­ren wir nach Lan­gen­leu­ba-Ober­hain, wo uns die auf einem klei­nen Hügel gele­ge­ne Kir­che nebst Pfarr­haus und Pfarr­gar­ten zur Ver­fü­gung stand. Da zwei Chor­sän­ger an die­sem Tag Geburts­tag hat­ten, fiel die Stell­pro­be und selb­stän­di­ges Mit­tag­essen rela­tiv kurz aus. Nach­mit­tags war dann die Som­mer­ro­del­bahn in Roch­litz unser Ziel. Man konn­te allei­ne oder zu zweit auf einem der Schlit­ten zunächst sich nach oben zie­hen las­sen und dann mit Schwung die kur­ven­rei­che Stre­cke berg­ab rodeln. Ein Geburts­tags-Eis run­de­te die­se klei­ne Fei­er ab und wir fuh­ren wir zurück zu Kir­che und Pfarr­gar­ten und hat­ten dort noch Zeit zum Ent­span­nen, bevor wir zum Abend­im­biß in die Pfarr­scheu­ne gela­den wur­den. Köst­lich und viel­fäl­tig beleg­te Schnitt­chen waren die­sem Geburts­tag sehr ange­mes­sen. Der nächs­te Kon­zert­ort See­litz war eine nicht viel grö­ße­re Stadt, wegen des plötz­lich recht kal­ten Wet­ters und hoher Regen­wahr­schein­lich­keit haben wir auf das geplan­te Baden ver­zich­tet und dafür ein wenig in der Stadt Roch­litz gebum­melt bzw. das Schloss Roch­litz uns ange­schaut. Auch hier war das recht enge Dorf und die Auf­fahrt zur Kir­che eine Her­aus­for­de­rung für unse­ren Bus­fah­rer, die er aber sou­ve­rän bewäl­tig­te. An dem letz­ten Tag in die­sem Gebiet waren wir in dem Städt­chen Gerings­wal­de zu Gast, nach Stell­pro­be und selb­stän­di­gem Mit­tag­essen im Pfarr­haus wur­de der Nach­mit­tag für Gemein­schafts­spie­le und die tra­di­tio­nel­le „Chor-Hoch­zeit“ genutzt. Bei dem Kon­zert stell­te gegen Ende ein sehr jun­ger, gera­de vier­jäh­ri­ger Zuhö­rer die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit von Chor­sän­gern und Chor­lei­ter ganz schön auf die Pro­be und es hät­te nicht viel gefehlt, so hät­te er flugs mit den Schlä­geln des nächst­ste­hen­den Bass-Xylo­phons mit­mu­si­ziert. Am kom­men­den Mor­gen hieß es Abschied neh­men von die­sem ein­ma­li­gen Quar­tier und auf­bre­chen in die Kul­tur-Metro­po­le Leip­zig. In der bap­tis­ti­schen Gemein­de waren wir ganz herz­lich und für­sorg­lich im neu­en Gemein­de­zen­trum zu Gast und haben dort auch das Kon­zert gesun­gen. Aus unse­rem Pro­gramm haben wir eini­ge Stü­cke gestri­chen und dafür mit den zahl­rei­chen Zuhö­rern (zweit-best-besuch­tes Kon­zert) gemein­sam gesun­gen. Eine sehr beein­dru­cken­de Stadt­füh­rung brach­te jedem von uns eini­ge wich­ti­ge Bau­wer­ke der Innen­stadt näher (neu­es und altes Rat­haus, Tho­mas­kir­che, Niko­lai­kir­che mit Brun­nen und Farb­lich­ter-Spiel). Unse­re Chor­fahrt neig­te sich dem Ende ent­ge­gen und wir bra­chen von Leip­zig in das süd­lich gele­ge­ne Crossen an der Els­ter auf. Bei Regen haben wir alle Musi­ka­li­en aus­ge­la­den und die Stell­pro­be recht schnell erle­digt. Dann hieß es Gepäck schul­tern oder in die Hand neh­men (samt Iso­mat­ten und Schlaf­sä­cken) und zum ehe­ma­li­gen, leer­ste­hen­den Pfarr­haus lau­fen, da der Bus hier nicht hin­fah­ren und wen­den konn­te. Hier gab es viel Platz und für jede Alters­grup­pe einen eige­nen Raum. Die reich­hal­ti­ge Ver­pfle­gung und herz­li­che Auf­nah­me in die­sem Ort sind uns in bes­ter Erin­ne­rung. Am nächs­ten Mor­gen wur­de nach dem Früh­stück wie­der alles ein­ge­la­den und es ging heim­wärts nach Fürs­ten­wal­de, wo schon eini­ge Eltern ein Will­kom­mens-Kaf­fee­trin­ken vor­be­rei­tet hat­ten. 160 Zuhö­rer waren dann ein beson­de­rer Ansporn für das gut gelun­ge­ne Abschluß­kon­zert.

Ins­ge­samt haben wir mit dem Bus 1872 km zurück­ge­legt und über 700 Zuhö­rer erreicht. Von Unfäl­len und Krank­hei­ten sind wir ver­schont geblie­ben und dank­bar und erfüllt von zwei Wochen, die uns bei hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren doch sehr zusam­men­ge­schweißt haben. Dank auch allen öffent­li­chen Stel­len, die die­ses Vor­ha­ben unter­stützt haben und sol­che Begeg­nung von Kin­dern und Jugend­li­chen för­dern.

KMD Georg Popp, Kan­tor

Die Kommentare sind geschlossen.