Bericht von der 45. Chorfahrt (11.–20.08. 2014) der Kinder- und Jugendkantorei Fürstenwalde nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg

Am frü­hen Mon­tag­mor­gen des 11. Augusts star­te­ten die 22 erwar­tungs­fro­hen Kin­der und Jugend­li­chen nach Ein­la­den und einer kur­zen Andacht im Dom zu dem ers­ten Kon­zert­ort Hagen, dem „Tor zum Sauer­land“ in Nord­rhein-West­fa­len.
Die Rei­se war so ange­legt, dass wir am ent­fern­tes­ten Ort begin­nen und dann immer ein Stück­chen näher der Hei­mat Fürs­ten­wal­de fah­ren. In Hagen war unser Chor schon bes­tens bekannt, vier auf der engen Stra­ße die­ser ber­gi­gen Stadt auf­ge­stell­te Stüh­le lie­ßen den sehr lan­gen Bus per­fekt ein­par­ken. Dann gab es erst ein­mal ein kur­zes Kaf­fee­trin­ken, auch Tee oder Saft und Mine­ral­was­ser wur­den ange­bo­ten. Gestärkt ging es an den Auf­bau und Pro­ben für das ers­te Kon­zert. Anschlie­ßend gab es im Gemein­de­saal ein opu­len­tes, war­mes Abend­brot: Chi­li con car­ne und Gemü­se­pfan­ne für die Vege­ta­ri­er, an die in jedem Chor­fahrt-Ort gedacht wur­de.
Nach dem Kon­zert wur­de dann auch die gesam­te Zuhö­rer­schaft in den Gemein­de­saal ein­ge­la­den, es konn­ten die Res­te ver­speist wer­den, vor allem von der köst­li­chen Erd­beer­quark­spei­se war noch sehr viel vor­han­den und es war so die Mög­lich­keit, mit den Gemein­de­glie­dern ins Gespräch zu kom­men. Obwohl man die Müdig­keit eines so lan­gen Tages beim Kon­zert spü­ren konn­te, waren die 82 Kon­zert­be­su­cher sehr begeis­tert. Die­se recht hohe Besu­cher­zahl wur­de auf der Fahrt aller­dings nicht mehr über­bo­ten, trotz­dem erreich­ten wir mit dem Abschluß­kon­zert im Dom ca. 560 Zuhö­rer, nicht mit­ge­zählt die vie­len Men­schen im Kran­ken­haus, Alten­heim und Got­tes­dienst. Mit dem sehr kom­for­ta­blen Bus und dem außer­or­dent­lich zuvor­kom­men­den und mit­hel­fen­den Bus­fah­rer sind wir 1.537 Kilo­me­ter gefah­ren. Neu war auf die­ser Chor­fahrt auch die Tat­sa­che, dass aus­nahms­los in Gemein­schafts­quar­tie­ren geschla­fen wur­de, man­che Gemein­de­häu­ser hat­ten sogar eine Dusche.
Am zwei­ten Tag stand nun eine ganz kur­ze Fahrt an: im 20 Minu­ten ent­fern­ten Orts­teil Boe­le fan­den wir schnell die Phil­ipp-Nico­lai-Kir­che, bei deren Betre­ten die bei­den Reli­efs an den Ein­gangs­tü­ren zu den bei­den Lie­dern des Dich­ters („Wachet auf, ruft uns die Stim­me“ und „Wie schön leuch­tet der Mor­gen­stern“) und im Chor­raum das run­de Glas­fens­ter mit dem Auf­er­stan­de­nen Chris­tus auf­fie­len. Hier war nun genug Zeit, den gesam­ten Tag (mit Pau­sen) das musi­ka­li­sche Pro­gramm ein­schließ­lich der Instru­men­tal­stü­cke zu pro­ben. Ein sehr hel­les und gut aus­ge­stat­te­tes Gemein­de­haus ließ Pau­sen zum Ent­span­nen und Essen.
Tags drauf war das Ziel Unna, wo wir in der moder­nen Paul-Ger­hardt-Kir­che abends unser Kon­zert san­gen. Die Unter­brin­gung erfolg­te im nahe gele­ge­nen Jugend­heim „Tau­ben­schlag“, in dem auch die Mahl­zei­ten ein­ge­nom­men wur­den. Trotz der Pro­ben und dem Auf­bau war genug Zeit, am Nach­mit­tag gemein­sam beim ein­zi­gen Kaf­fee am Markt­platz des Stadt­tei­les Königs­born Eis zu essen.
Am Don­ners­tag star­te­ten wir um 08.30 Uhr in das ca. 200 km öst­lich gele­ge­ne alte Han­se-Städt­chen Lem­go. Hier wur­den wir in dem Kli­ni­kum Lip­pe-Lem­go von der Kran­ken­haus­pfar­re­rin herz­lich emp­fan­gen, sam­mel­ten uns zunächst in der Kap­pel­le, um den Ablauf des Sin­gens in zwei Grup­pen auf ins­ge­samt 9 Sta­tio­nen durch­zu­spre­chen. Als Dan­ke­schön wur­de uns in der Men­sa ein mehr­gän­gi­ges Mit­tag­essen ange­bo­ten. Da es allen so gut geschmeckt hat, haben wir uns mit einem klei­nen Ständ­chen für das Küchen­per­so­nal und die anwe­sen­den Ärz­te bedankt, was allen noch einen zwei­ten Nach­tisch (Eis) ein­brach­te. Zu Fuß gin­gen wir wei­ter zu einem Alten­heim, wo wir nach kur­zer Pau­se ein halb­stün­di­ges Sin­gen für und mit den Alten ver­an­stal­te­ten. Bekann­te Gesang­buch­lie­der, Volks­lie­der und Kanons füll­ten die Zeit sehr schnell, die Bewoh­ner waren ganz begeis­tert und die Pfle­ge­dienst­lei­tung muss­te vor Rüh­rung mit den Trä­nen kämp­fen. Von dort aus gin­gen wir zu dem Bus­park­platz und erreich­ten bald das neue und sehr noble Gemein­de­haus der Nico­la­i­kir­che, wo uns der net­te Küs­ter herz­lich emp­fing. Hier gab es nun eine Dusche und die rest­li­che freie Zeit bis zum Abend­essen wur­de von vie­len zum Duschen und Ent­span­nen genutzt. Nach dem Abend­brot, zu dem Chor­sän­ge­rin­nen Sala­te bei­steu­er­ten, war eine Pro­ben­ein­heit im Gemein­de­raum ange­setzt, von der uns ein „Nacht­wäch­ter“ mit schwar­zem Gewand, Hel­le­bar­de und Later­ne zu einer Nacht­füh­rung durch die alt­ehr­wür­di­ge Han­se­stadt Lem­go abhol­te.
Nach einem reich­hal­ti­gen Früh­stück mit den für Lem­go (und Det­mold) in Deutsch­land ein­ma­li­gen „Stroh­sem­meln“ folg­te eine wei­te­re inten­si­ve Pro­ben­ein­heit, danach war bis zur Abfahrt am frü­hen Nach­mit­tag Zeit zur frei­en Ver­fü­gung in der Innen­stadt mit ihrer ein­la­den­den Fuß­gän­ger­zo­ne. An die­sem Frei­tag fuh­ren wir in das benach­bar­te Städt­chen Blom­berg, wo wir in der Mar­tin-Luther-Kir­che vor 62 Zuhö­rern unser Kon­zert san­gen. Die Zuhö­rer waren so sehr von der Musik und der beson­de­ren Atmo­sphä­re beein­druckt, das wir (was wir sonst nie gemacht haben) eine Zuga­be gesun­gen haben. Schon das gut vor­be­rei­te­te Kaf­fee­trin­ken vor dem Kon­zert war eine erhol­sa­me Pau­se, nach dem Kon­zert hat sich die Gemein­de jedoch schier über­bo­ten und wir waren zu Piz­za und kal­ten Geträn­ken ein­ge­la­den.
Die­ses ange­neh­me Quar­tier muss­ten wir am kom­men­den Mor­gen ver­las­sen und mach­ten uns auf den Weg in die Stadt Bocke­nem süd­lich von Hil­des­heim, direkt an der A 7 gele­gen. In der schö­nen goti­schen Stadt­kir­che St. Pan­kra­ti­us mit her­vor­ra­gen­der Akus­tik haben wir dann nach Stell­pro­be und Abend­brot ein tol­les Kon­zert gege­ben, bei dem wir erst­mals von zwei Sei­ten aus ein­ge­zo­gen sind. Auch hier stand uns ein 1998 gebau­tes Gemein­de­haus (mit Dusche) gegen­über der Kir­che zur Ver­fü­gung, in dem wie­der ein­mal die Frau­en des Cho­res uns mit Sala­ten und ande­ren Köst­lich­kei­ten bewir­tet haben und alles für uns her­ge­rich­tet haben.
Am Sonn­tag fuh­ren wir um 08.30 Uhr in das Städt­chen Gro­nau an der Lei­ne, wo wir im Got­tes­dienst gesun­gen haben. Der Chor stand und saß unten, für das Orgel­spiel auf der größ­ten erhal­te­nen „Furt­wäng­ler“ – Orgel muss­te ich ein paar Mal auf die Orgel­em­po­re hin­auf­stei­gen. Nach dem Got­tes­dienst woll­ten wir eigent­lich im Frei­bad in Bocke­nem baden, doch es war rela­tiv kalt und auch ein wenig reg­ne­risch, so dass wir unse­ren Plan änder­ten und der dor­ti­ge Kan­tor uns die Kir­che, Orgel und den Turm mit Glo­cken zeig­te. Wer das nicht woll­te, konn­te sich im Gemein­de­haus mit Lesen und Spie­len auf­hal­ten.
Nach dem Abend­brot waren die tra­di­tio­nel­len Hoch­zei­ten anbe­raumt, es gab in die­sem Jahr drei Paa­re und selbst eini­ge der Chor­frau­en aus Bocke­nem waren als Zuschau­er hier­von sehr beein­druckt. Das aus­ge­fal­le­ne Baden in Bocke­nem wur­de aber in Wolfs­burg im „Bade-Land“ nach­ge­holt und war viel mehr als eine Ent­schä­di­gung.
In dem west­lich gele­ge­nen Orts­teil Sül­feld haben wir zum zwei­ten Male in der Mar­kus­kir­che gesun­gen, die, was die Aus­ma­ße angeht, sehr über­sicht­lich, um nicht sehr eng zu sagen, war. Doch im Impro­vi­sie­ren sind wir ja geübt und erfah­ren und die Zuhö­rer waren wie­der ganz erfüllt von dem Klang und der Tat­sa­che, dass sie auch sel­ber mit­sin­gen konn­ten.
Am kom­men­den Mor­gen hat­ten wir nun wie­der etwas Zeit, um in Ruhe zu früh­stü­cken und alle Sachen ein­zu­la­den und dann den letz­ten Ort auf der Fahrt anzu­steu­ern: Teu­pitz. Die Hei­lig-Geist-Kir­che und das Pfarr­haus und Kan­to­rat sind direkt und ganz idyl­lisch am Teu­pit­zer See gele­gen, hier ging der Auf­bau auch recht zügig und es war viel Zeit zur frei­en Ver­fü­gung. Trotz des schlech­ten Wet­ters war der Besuch für die­se klei­ne Stadt am Abend sehr gut und auch das Kon­zert ist uns gut gelun­gen. Da unvor­her­seh­ba­re Bau­maß­nah­men am Gemein­de­haus ein dor­ti­ges Über­nach­ten unmög­lich mach­ten, konn­ten die Jün­ge­ren in einer leer­ste­hen­den Woh­nung im Pfarr­haus (mit Dusche) näch­ti­gen, wäh­rend den Älte­ren die Orgel­em­po­re zur Ver­fü­gung stand, also „Kir­chen­schlaf“.
Bei zwar etwas küh­len Tem­pe­ra­tu­ren, aber Son­nen­schein konn­ten wir noch ein­mal im Kan­to­ren­gar­ten mit Blick auf den See früh­stü­cken und die­se Idyl­le genie­ßen. Dann hieß es zusam­men­pa­cken und Rück­fahrt nach Fürs­ten­wal­de. Hier haben wir nun den Bus end­gül­tig aus­ge­la­den, unse­ren lie­ben und zuver­läs­si­gen Bus­fah­rer Andre­as Schan­ze dan­kend im Dom mit einem Ständ­chen ver­ab­schie­det und danach hier eine aus­gie­bi­ge Auf­stell­pro­be gemacht. Eini­ge Müt­ter der Chor­sän­ger haben uns einen herr­li­chen Will­kom­mens-Imbiss zube­rei­tet und ein gut gefüll­ter Dom mit Eltern, Chor­sän­gern der ande­ren Chö­re, Gemein­de­glie­dern und ehe­ma­li­gen Jugend­kan­to­rei-Sän­gern war für uns noch ein­mal Ansporn, alle Kräf­te für die­ses Abschluß­kon­zert zu mobi­li­sie­ren. Sogar als „Vor­spann“ wie auch bereits im letz­ten Jahr war ein ers­ter Ein­druck die­ser Fahrt mit aktu­el­len Pho­tos per Laptop/Beamer zum Anschau­en vor­be­rei­tet wor­den. Wir sind für alle Erleb­nis­se die­ser zehn­tä­gi­gen Fahrt, die uns wie­der ein­mal sehr eng zusam­men­ge­schweißt hat, dank­bar. Von Unfall oder Krank­heit sind wir ver­schont geblie­ben, sind gut und sehr herz­lich ver­sorgt wor­den und wol­len an die­ser Stel­le auch allen öffent­li­chen Zuschuß­ge­bern für Ihre Unter­stüt­zung herz­lich dan­ken.

Georg Popp

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