Bericht von der 44. Chorfahrt (22.07. – 03.08. 2013) der Kinder- und Jugendkantorei Fürstenwalde nach Nordrhein-Westfalen, Rheinland, Bayern, Franken, Thüringen und Berlin

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Programm der Konzerte der 44. Chorfahrt 2013

Programm der Konzerte der 44. Chorfahrt 2013

Am frühen Morgen des 22. Juli starteten die erwartungsfrohen Kinder und Jugendlichen nach Einladen und einer kurzen Andacht im Dom zu dem ersten Konzertort Schlangen, einer kleinen Stadt zwischen Paderborn und Detmold. Noch ahnte keiner von uns, dass diese Chorfahrt als bislang heißeste in die Chorfahrtgeschichte eingehen würde und von manchen Teilnehmern auch liebevoll lächelnd als die „Melonen-Chorfahrt“ bezeichnet wurde, da uns diese erfrischende Frucht fast in jedem Ort reichlich angeboten wurde. Ein Stau von gut 70 Minuten machte den eingeplanten Zeitpuffer zunichte, trotz leichter Verspätung wurden wir herzlich empfangen, konnten in der wunderbar kühlen Kirche proben und die verschiedenen Aufstellungen für das Konzert festlegen und waren dann ins Gemeindehaus zum Imbiss eingeladen. Einer aufmerksamen und erstaunten Zuhörerschaft konnten wir zum ersten Mal unser Programm vorstellen, auch für uns selbst an vielen Stellen eine gute Erfahrung. Nach dem Konzert hieß es, rasch einzuladen und noch ins 25 km entfernte Detmold zu fahren, da wir dort die nächsten drei Nächte in Privatquartieren verbringen sollten. Gestärkt und ein wenig ausgeruht trafen wir uns am nächsten Morgen, um das kleine, ostwestfälische Dorf Hillenrup mit seiner überproportional großen und schönen Kirche anzusteuern. Nach mehreren Versuchen (baustellenbedingt) fanden wir schließlich auch die Kirche, konnten in Ruhe ausladen und nach einer ersten Stellprobe im Gemeindehaus ein liebevoll vorbereitetes Mittagessen in Bufetform zu uns nehmen. Nach einer Mittagspause probten wir weiter und nutzten so den Nachmittag bis zum Abendimbiß und Konzert. Hier konnten wir schon 57 Zuhörer mit unserem Programm erfreuen, luden nach dem Konzert wieder alle Instrumente etc… ein und fuhren zurück nach Detmold. In der Martin-Luther-Kirche trafen wir uns am Mittwochmorgen, um uns in dieser Kirche für das Konzert am Abend gut vorzubereiten. Nach einem selbständigen Mittagessen nutzten fast alle die Möglichkeit, im nahe gelegenen Freibad Aqualip etwas zu entspannen und im Wasser bei bestem Sommerwetter herumzutoben. Danach trafen wir uns im Gemeindehaus mit einem großzügigen Fachwerksaal im Obergeschoß, wo einige Damen für uns ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Abendbrot vorbereitet hatten. Hier war auch Zeit, eigene inhaltliche Fragen zu den Texten unseres Programms zu klären, zu entspannen und sich auf das Konzert einzustimmen. Eine mit über 100 Zuhörern gefüllte Kirche war für uns guter Ansporn, wir wurden sehr herzlich begrüßt und haben unsere Leistung gegenüber dem Vorabend noch steigern können. Die sehr ergriffene Zuhörerschaft spendete am Ende viel Beifall, so dass wir fast eine Zugabe gesungen hätten. Nun konnte jeder noch ein letztes Mal die Vorzüge seines Privatquartiers nutzen, ausschlafen und verwöhnen lassen, bevor wir uns am Donnerstag verabschiedeten und nach Neuwied ins Rheinland aufbrachen.
Zum zweiten Mal war dies eine lange Fahrtstrecke, nach der Ankunft war nun schon Routine beim Ausladen und der Stellprobe zu spüren, anschließend konnte jeder wieder für zwei Nächte in sein Privatquartier. Die guten, intensiven und jahrelangen Verbindungen mit der Gemeinde spürten wir dem sehr aufmerksamen Publikum beim Konzert ab, nach dem Konzert wurde wie in der Vergangenheit zum weiteren Kennen lernen ein riesengroßes Abendbufet im Gemeindehaus angeboten. Der folgende Vormittag war für alle frei, was zum Entspannen, Ausschlafen, Stadtbummel und sogar Schwimmbadbesuch genutzt wurde. Nachmittags waren wir dann in dem kleinen, direkt am Rhein gelegenen Weinort Leutesdorf verabredet: Stellprobe in der katholischen Dorfkirche, Freizeit, Abendbrot und Konzert rundeten diesen Tag ab.

Ramsau am Watzmann

Ramsau am Watzmann

Tags drauf sollte die längste Strecke dieser Chorfahrt nach Traunstein am Chiemsee (Oberbayern) bewältigt werden. Einige Staus und Baustellen haben wir gelassen ertragen und konnten nach dem Beziehen des Gemeinschaftsquartieres im Gemeindehaus neben der Auferstehungskirche dort die notwendige Stellprobe machen und uns mit dem recht knappen Platz arrangieren. Den Sonntagsgottesdienst sangen wir dann von der Orgelempore aus, packten danach unsere musikalischen Utensilien ein und fuhren über Berchtesgaden nach Ramsau am Watzmann, wo zum ersten Mal der Bus nicht bis zur kleinen, evangelischen Kirche am Berghang hinfahren konnte. Von der Dorfstraße aus musste nun alles für das Konzert bei sengender Mittagshitze (38 Grad Celsius) zur Kirche hochgetragen werden, auch das Schieben unserer kleinen Orgel auf dem Rollwagen war nicht einfach. Sehr viel Holz und Stein erwartete uns in der etwas kühleren Kirche, allerdings noch weniger Platz als am Vorabend. Eine Toilette an der Kirche gab es nicht, eine 12qm große Sakristei musste vor der Konzert für uns 28 zum Einsingen reichen. Wurden uns bis dahin einschließlich des Konzertes viel Kraft und Konzentration abverlangt, bot der Rest des Tages dem gegenüber erholsame, kühle und unvergessliche Momente. Die Gemeinde hatte uns im 5km entfernten CVJM – Gästehaus am Hintersee ein opulentes Abendbrot (Suppe, Hauptgericht mit Fleisch und Klößen, Salat und Eis) bestellt, welches wir im großzügigen und kühlen Speisesaal mit Blick auf den See und die ihn umgebenden Berge in Ruhe einnehmen konnten. Der Geheimtipp der Traunsteiner Kantorin, danach noch kurz in den Hintersee zu hüpfen und ein kleines, kühles Bad zu nehmen, wurde von einigen in die Tat umgesetzt. Das sehr kalte (ca. 16 Grad) Wasser war anfangs eine große Überwindung, die nicht jede und jeder schafften, aber die wundervolle Abkühlung bei untergehender Abendsonne mit Blick auf die faszinierende Bergwelt wird unvergessen bleiben. Nach diesem Bad haben wir uns spontan am See aufgestellt und noch einige Abendlieder, auch aus den Programmen der vorigen Chorfahrten gesungen, einige Zuhörer kamen sogar zusammen und genossen dieses stimmungsvolle Open-Air-Konzert. Die Nacht verbrachten alle noch einmal im Gemeindehaus in Traunstein, von wo es uns dann ins fränkische Nürnberg zog. Die „junge“ Auferstehungskirche bot uns viel Platz, auch zum Pausieren und wieder riesigem Abendbrot.

Nach dem Konzert wurde schnell alles wieder eingeladen, da wir die kommenden zwei Nächte wieder an einem Ort schlafen konnten: Brunn bei Emskirchen bzw. Neustadt/Aisch. Familiäre Beziehungen haben Konzert und Übernachtung möglich gemacht, ein sehr aufgeschlossener und unkomplizierter Pfarrer und viele Helfer aus der Gemeinde haben sich um uns liebevoll gekümmert. Die sehr enge Dorfkirche verlangte uns ungewohnte Aufstellungen ab, die Zuhörer waren begeistert von der Musik. Am frühen Nachmittag konnten wir im Schloss eine Führung durch das Rundfunkmuseum miterleben, was vor allem aufschlussreich auf die Zeit von 1933 – 1945 einging.
Wir verließen Franken und brachen nach Steinbach-Hallenberg auf, wo unser Chor das dritte Mal konzertierte. Viele der privaten Quartiergeber kamen mit der ganzen Familie und so erlebten wir ein sehr gut besuchtes Konzert in der Stadtkirche, die drei Emporen aufweisen kann! Schon am nächsten Tag ging es weiter ins thüringische Eisenberg, östlich von Jena. Hier konnte der Bus zwar auch nicht zur wundervollen Schlosskirche vorfahren, aber ein Chormitglied hat mit seinem VW-Transporter unsere großen Musikinstrumente dorthin gefahren. Im Luthersaal und einem kleinen Gemeindesaal konnte die Nacht verbracht werden, es gab hier sogar eine Dusche. Nun war es nicht mehr weit bis zum letzten Ort auf dieser Fahrt: Berlin. Wir wurden in der Erlöserkirche Berlin-Tiergarten freundlich aufgenommen, konnten nach einer kurzen Stellprobe viel Zeit in der Stadt oder Gemeindehaus verbringen, das eigene Gepäck konnte geordnet und der Bus von Müll befreit werden. Nach einem Frühstück im Gemeindesaal brachen wir dann nach Fürstenwalde auf.

Nach Ausladen und Säubern des Busses wurde zunächst einmal unserem tollen Fahrer Andreas Schanze gedankt, er hatte uns ja schließlich ohne Unfall 2827 km gefahren. Ein Imbiss und Entspannen im eigenen Chorsaal ließ die Zeit bis zum Abschlußkonzert schnell vergehen. Vor knapp 300 Zuhörern, die sehr aufmerksam und gespannt auch vor dem Konzert per Laptop/Beamer die ersten Bilder der Fahrt bewundern konnten, hat jeder noch einmal alle Kräfte mobilisiert und das diesjährige, ausgewogene Programm zum letzten Mal gesungen. Insgesamt haben wir über 1.000 Zuhörer erreicht, sind von größeren Unfällen verschont geblieben und dankbar und erfüllt von zwei Wochen, die uns bei hochsommerlichen Temperaturen doch sehr zusammengeschweißt haben. Dank auch allen öffentlichen Stellen, die dieses Vorhaben unterstützt haben und solche Begegnung von Kindern und Jugendlichen fördern.

(Red. Hinweis: Eine CD mit Aufnahmen der Kinder- und Jugendkantorei ist aktuell im Dom erhältlich. Dazu hier auch genauere Informationen.)